Donnerstag, 7. August 2014

Eine Anleitung zum Glücklichsein - Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück!






AB 14. AUGUST IM KINO! ©Wild Bunch
Es gibt Filme, die den Zuschauer unverhofft packen. Die ihn aus seiner Komfortzone herausziehen und ihn an die Hand nehmen. Ihm zeigt, was möglich ist, was getan werden kann. Jeder kennt mindestens einen dieser Filme. Mein Film dieser Art ist „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“. Zugegeben, schon der Titel klingt nach einem „Feel Good“-Filmchen der leichten Art und wenn ich ehrlich bin, ist er das vermutlich auch. Doch versprüht der Film einen gewissen Zauber, dem ich mich nicht entziehen kann. Das ist auch der Grund, weshalb dieser Text in der Ich-Perspektive verfasst ist, obwohl ich sonst auf einem abstrakten Level schreibe. Eben weil mich „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“ berührt, mein Herz getroffen hat. Aber wie hat er das angestellt? 

Im Zentrum des Films steht der Psychiater Hector (Simon Pegg). Er hat eigentlich alles, was man sich wünschen kann. Einen sicheren und profitablen Job, eine hinreißende Frau namens Clara (Rosamund Pike) und ein geordnetes Leben. Seine Patienten eigentlich ebenso, trotzdem wollen sie einfach nicht glücklich werden. Als Hector einmal etwas genauer über dieses Problem nachdenkt und damit sein eigenes Leben reflektiert, stellt er fest: Er weiß nicht, wie er seine Patienten (und sich selbst) glücklich machen kann. Obwohl er – genau wie seine Patienten - als glücklich gelten müsste. Fortan begibt er sich auf eine Weltreise, um zu erkunden, was den Mensch glücklich macht. 

©Wild Bunch
Zusammen mit Hector erkunde ich die verschiedensten Ecken der Welt, durchstreife Chinas Metropolen, Afrikas Savannen und Amerikas Großstädte. Was mir begegnet ist Vielseitigkeit und keine eindeutige Antwort auf die Frage: Wie definiert sich das Glücklich sein? Jeder Mensch hat einen anderen Ratschlag, da ein jedes Leben unterschiedlich verläuft. Macht Geld allein glücklich? Ist es die Familie? Ist es akzeptiert zu werden, wie man ist? Ja und nein. Im Endeffekt ist es wohl ein bisschen von allem, wie Hector (bzw. ich) erkennt. Man kann Unglück nicht aussperren, diese Phasen kommen und gehen. Doch Unglück und Glück gehören zusammen, denn erst durch das Eine kann das Andere geschätzt werden. 

Unweigerlich stelle ich mir im Verlauf des Films dieselbe Frage: Bin ich glücklich? Habe ich bislang die richtigen Entscheidungen getroffen? Ich denke schon. Allerdings bin ich mit meinen 22 Jahren noch relativ jung und vielleicht ist es sinniger diese Frage in meinen 30ern oder 40ern wieder zu stellen. Fakt ist, ich möchte weiterhin viele Erfahrungen sammeln, reisen, lernen, etwas tun. Fakt ist aber auch, dass ich bequemlich bin, um nicht zu sagen faul. Daraus mit meiner oder auch dank meiner Freundin auszubrechen, immer wieder, könnte mein Weg zur Zufriedenheit mit mir und meiner Umwelt sein. Denn sobald man sich bindet (Freundin), hat man auch gewisse Verpflichtungen, die sich nicht einfach abschütteln lassen. Das muss Hector lernen, genau wie jeder andere Mensch. Diese Erkenntnisse sind gesellschaftlich betrachtet nicht neu, doch individuell wichtig. Ein Jeder muss mit sich ausmachen, ob und wie zufrieden bzw. glücklich er ist und nach diesem Schema leben. Sieht er seine Berufung in Afrika kleinen Kindern helfen – dann soll er es tun. Möchte er eine Familie gründen und in ihr aufgehen – dann soll er es tun. Doch was er nicht tun sollte, ist, in einen Alltagstrott verfallen. Etwas, das vor allem in hochentwickelten Gebieten schnell passieren kann. Denn wie Hector im Film schon richtig darstellt: Je reicher die Gegend, desto mehr Psychiater pflastern die Straße. 

Wenn ein Film solche Gedankengänge hervorruft, hat er etwas richtig gemacht. Wenn ich danach sofort losziehen möchte und das Leben genießen will (was nicht mit Anarchie oder einem „No risk no fun“-Motto gleichzusetzen ist), heißt das: „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“ funktioniert. Er funktioniert dank den hervorragenden Haupt- und Nebendarstellern, dank herrlicher Gags und einer beschwingten Note, die den gesamten Film durchzieht. Da verzeiht man auch schon mal gängige Klischees und rührseligen Kitsch vor allem in den letzten 5 Minuten. 

Denn Simon Pegg ist wundervoll. Rosamund Pike ist wundervoll. Oder auch: „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“ ist wundervoll. 


©Wild Bunch
BEWERTUNG: 08/10
Titel: Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück
Laufzeit: 119 Minuten
FSK: ab 12 freigegeben
Genre: Komödie
Erscheinungsjahr: 2014
Regisseur: Peter Chelsom
Darsteller: Simon Pegg, Rosamund Pike, Veronica Ferres, Christopher Plummer, Toni Collette, Jean Reno, Stellan Skarsgard,







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