Montag, 11. August 2014

Drachen, Drachen, Drachen überall in "Drachenzähmen leicht gemacht 2"






©Dreamworks Animation Pictures
Sequels sind so etwas wie die Krankheit des Kinos. Die Produzenten gehen weniger Risiko ein, wenn sie einfach Figuren eines erfolgreichen Films nehmen und sie weiterentwickeln. Das Publikum kennt sie, die Prämisse und deren Umfeld, wodurch sich Kinokarten noch schneller verkaufen lassen. Besonders betroffen von dieser Denkweise sind Animationsfilme. Es gibt kaum einen erfolgreichen Animationsfilm, der keine Fortsetzung spendiert bekam. Nicht anders ergeht es nun dem Franchise „Drachenzähmen leicht gemacht“. Teil eins sorgte bei Dreamworks für einen Freudentaumel, spielte er doch aus dem Stand fast 500 Millionen Dollar ein. Grund genug für „Drachenzähmen leicht gemacht 2“, der den Zuschauer wieder in die Welt der Wikinger und Drachen entführt. 

Fünf Jahre sind seit den Geschehnissen des Vorgängers vergangen. Die Drachen leben nun in friedlicher Koexistenz mit den einst verhassten Wikingern. Es wird sich um sie gekümmert, mit ihnen gespielt und alles in allem lebt es sich nun sorgenfrei. Hauptcharakter Hicks, inzwischen erwachsen geworden, erkundet mit seinem Drachen OhneZahn die Welt und macht eine schreckliche Entdeckung. Der Bösewicht Drago versammelt eine Drachenarmee um seinen Feinden den Garaus zu machen. Klar, dass Hicks alles daran setzt, ihn zu stoppen…

©Dreamworks Animation Pictures
Die gute Nachricht vorweg: Anders als Sony Pictures Animation mit „Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen 2“ stellt „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ kein liebloses Sequel dar. Die Charaktere sind witzig wie eh und je, haben Kanten und machen Spaß. Die Gags treffen ins Schwarze, wodurch Jung und Alt gleichermaßen lachen dürfen. Besonderes Augenmerk haben die Macher den Drachen geschenkt. Nie zuvor konnte der Zuschauer derart imposant animierte Flugechsen auf der Leinwand bestaunen. Die Designer haben zusammen mit den Animateuren viel Liebe in ihre Figuren gesteckt, was sich zu jederzeit feststellen lässt. Sobald eine Schar Drachen gen Himmel fliegt, werden die Augen groß. Visuell ist „Drachenzähmen leicht gemacht“ ein Freudenfest, das glücklicherweise seinen emotionalen Kern nicht vergisst. Die Schicksale um Hicks, seinen Vater Haudrauf, sowie natürlich OhneZahn berühren und lassen neben all der optischen Brillanz große Gefühle aufkommen. 

Widmet sich der Film seinen Actionszenen, geht er in die Vollen. Rasante Kamerafahrten, fulminante Drachen und eine gewisse Düsternis machen sich breit. Zeitweise wirkt „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ vor allem im letzten Drittel wie ein Kinder-Godzilla. Vor manchen gewaltigen Impressionen muss sogar die diesjährige „Godzilla“-Verfilmung ihren Hut ziehen. Dabei entsteht allerdings ein Wehrmutstropfen. Die letzten 30 Minuten widmet der Film nämlich voll und ganz dem Spektakel. Das ist keineswegs langweilig, doch vermag sich bald keine Spannung mehr einstellen zu wollen. Waren die optischen Ausrufezeichen im Vorfeld wohl dosiert, wiederholt sich der Film zeitweise. Trotzdem ist „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ immer noch um Welten besser, als alle anderen Animationsfilme des Jahres („Wolkig….Fleischbällchen 2“, „Rio 2“). Es steckt eben doch viel Herz in dieser Produktion, was sich die ersten beiden Drittel bemerkbar macht. Dreamworks Animation ist definitiv auf einem guten Weg. 


BEWERTUNG: 08/10
Titel: Drachenzähmen leicht gemacht 2
FSK: ab 6 freigegeben
Laufzeit: 105 Minuten
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Animationsfilm, Komödie
Regisseur: Dean DeBlois
Sprecher: Jay Baruchel, Kristen Wiig, Jonah Hill, Gerald Butler, Djimon Honsou, Kit Harington, Cate Blanchett







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