Mittwoch, 30. Juli 2014

Rückkehr zu alter Wirkstätte - Veronica Mars ermittelt wieder!





©Warner Bros.

Nachdem die "Science Fiction"-Serie „Firefly“ 2004 dank überragender DVD-Verkäufe das Studio zu einem Kinofilm animierte, war es lange still um sonstige zu früh abgesetzte Serien. Serien, die ohne wirklichen Abschluss ihr Dasein fristen und ihre frenetischen Anhänger damit leben müssen. Doch mit der Internetplattform Kickstarter hat sich dieses Bild nun geändert. „Veronica Mars“ hat nun ein ähnliches Wunder wie „Firefly“ vollbracht und ebenfalls einen Kinofilm spendiert bekommen. Dank über fünf Millionen Dollar von Fans darf Showrunner Rob Thomas sein Baby nun gewissermaßen würdig zu Grabe tragen. 

Ganze 7 Jahre ist es her, seit die Teenie-Detektivin Veronica Mars (Kristen Bell) in einer Mischung aus Film Noir und Coming of Age Bösewichten und zwielichtigen Klassenkameraden das Handwerk legte. Inzwischen ist sie ernstzunehmende Anwältin geworden und im Begriff in einer großen Firma einzusteigen. Da erreicht sie ein Hilferuf ihres Ex-Freundes Logan: Er wird in ihrem Heimatstädtchen Neptune wegen Mordes festgehalten. Kurzerhand fliegt sie dorthin zurück, trifft alte Bekannte und begibt sich in große Gefahr. 

Regisseur Rob Thomas ist sich bewusst, dass „Veronica Mars“ niemals ohne ihre Fans hätte stattfinden können. Dementsprechend ist die Kinoversion auch gespickt mit allerhand Fanservice. Viele bekannte Charaktere treffen auf Veronica. Ob ihr Vater, ehemalige Schulkollegen oder deren Eltern. Vielen spendiert Thomas einen angemessenen Abgang, wobei leider der frühere „Bad Boy“ Francis Capra alias Weevil eine sehr unglaubwürdige und inkonsistente Weiterentwicklung seiner Persönlichkeit erfahren muss. Das ist allerdings Mäkeln auf hohem Niveau. 

©Warner Bros.
Insgesamt wirkt es, als sei kein Jahr vergangen, seit Staffel drei der Serie über die Fernsehbildschirme flimmerte. Immer noch treffen Veronicas sarkastische Kommentare ins Schwarze, der Wortwitz ist ganz auf dem Niveau der Serie. Der Fall selbst ist ein wenig überraschungsarm und kann nicht ganz an die spannenden Momente der TV-Show heranreichen. Trotzdem ist „Veronica Mars“ durch und durch solide und für Fans selbstverständlich sehenswert. Kristen Bell fühlt sich in ihrer Paraderolle sichtlich wohl und die stimmige Chemie zwischen ihr, ihrem Vater Keith (Enrico Colantoni) und ihrem Ex Logan Echolls (Jason Dohring) sorgt für jede Menge Spaß. 

„Veronica Mars“ hat also wenig verlernt, Fans dürften nun zufrieden gestellt sein und das Studio Warner Bros. sowieso. Die haben schließlich einen Film frei Haus bekommen und müssen sich nur um die Distribution kümmern. Gewinne garantiert. Doch dieses Mal tatsächlich für Publikum, Kreative und Produzenten.


©Warner Bros.
 BEWERTUNG: 07/10
Titel: Veronica Mars
Genre: Krimi, Drama, Komödie
FSK: ab 12 freigegeben
Laufzeit: 110 Minuten
Erscheinungsjahr: 2014
Regisseur/Autor: Rob Thomas
Darsteller: Kristen Bell, Jason Dohring, Enrico Colantoni, Francis Capra, Krysten Ritter, Sam Huntington, Chris Lowell, Jaimie Lee Curtis, James Franco






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