Mittwoch, 21. Mai 2014

Okkultismus im Rape-and-Revenge-Genre - Savaged!





©Ascot Elite

Im Bereich des Horrorfilms ist es nicht einfach, durch originelle Ideen noch aufzufallen. Mit „Savaged“ versucht Regisseur, Autor und Cutter Michael S. Ojeda diese These allerdings zu widerlegen. Schon mit der Heldin seines Films geht er neue Wege. Zoe ist nämlich schwerhörig und hat wenig gemein mit naiven Blondchen, die sonst in ähnlichen Filmen verheizt werden. Glaubwürdig gespielt von Amanda Adrienne ist sie einer der großen Pluspunkte des Films. 

Das Geschehen selbst verweilt anfangs noch im typischen Rape’n’Revenge-Genre, ohne groß aufzufallen. Allerdings ist Ojeda ein solider Handwerker, wodurch die Gräueltaten, die ihr durch einige Rednecks angetan werden, umso wirkungsvoller sind. Sobald in die eigentlich grimmig-bittere Atmosphäre mystische Untertöne gemischt werden, beginnt „Savaged“ ein wenig zu schlingern. Zwar handelt es sich hierbei um ein Herzensprojekt des Regisseurs, dennoch fehlen ihm die finanziellen Mittel um das eigentliche Alleinstellungsmerkmal seines Films – nämlich die Indianer-Thematik – voll zur Geltung bringen zu können. Unfreiwillig komisch wird es, wenn ein Apachen-Geist in das Geschehen eingreift und schlecht getrickst der Heldin unter die Arme greift. Weniger wäre hier mehr gewesen. 

©Ascot Elite

Denn eigentlich hat „Savaged“ sonst wenige Fehler. Routiniert pflügt sich Zoe durch ihre ehemaligen Peiniger, jagt ihnen mit ungewöhnlichen Waffen Angst und Schrecken ein. Freunde des Genres kommen hier sicherlich auf ihre Kosten und verzeihen plötzliche Ausrutscher in Form des Indianer-Schamanen. Der Gore-Faktor selbst ist angemessen und wird nur in einer Szene ein wenig ausgewalzt, was aber angesichts des Genres auch nicht verwundert. Mit seinen okkulten Elementen bringt „Savaged“ also auf der einen Seite frischen Wind ins Genre, bricht sich dabei aber leider das Genick. Mit etwas mehr Geld hätte hier ein neuer Klassiker seines Genres entstehen können. So bleibt leider nicht mehr als besserer Durchschnitt im penetranten Farbfilter-Modus. Eigentlich schade, denn darstellerisch bewegt sich „Savaged“ weit über einigen Genrevertretern.  


©Ascot Elite
 BEWERTUNG: 05/10
Titel: Savaged
FSK: ab 18 freigegeben
Genre: Horror
Erscheinungsjahr: 2014
Laufzeit: 95 Minuten
Darsteller: Amanda Adrienne, Rodney Rowland, Ed Fletcher, Jason Gurvitz, Joseph Runningfox





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