Sonntag, 13. April 2014

Vampire und Kung Fu in "Rigor Mortis"!





©Ascot Elite

Es ist ja nicht so, als hätten wir die letzten Jahre keine Vampirfilme gehabt. In Scharen brachen sie in letzter Zeit über die Zuschauer herein. Dank „Twilight“ entfachte wieder ein regelrechter Boom, was uns verweichlichte Blutsauger bescherte, die nur noch wenig mit ihren Idolen zu tun hatten. Doch seit Kurzem scheint sich eine Gegenbewegung zu bilden, die das Thema Vampir wieder in ursprünglich blutig-düstere Gefilde zurückführt. Letztes Jahr sorgte Neil Jordan („Interview mit einem Vampir“) für stylische Vampirromantik und nun setzt Newcomer Ju No Mak an, das Vampirfilmgenre auf ein völlig neues Level zu heben. 

„Rigor Mortis“ ist im besten Sinne ein Augenschmaus. Mit seinem Erstling gelingt Ju No Mak ein ambitionierter und optisch berauschender Film, den man so noch nicht gesehen hat. Hier treffen Vampire auf ihre Jäger im Wuxia-Stil, teilen sich unheimliche Geister ein Zimmer mit ihren Nachmietern und werden dunkle Gebete gesprochen. Der Film zieht so ziemlich jedes Register des Übernatürlichen, verlässt immer wieder die Grenzen von Logik und Sinn und ordnet schlussendlich alles seinem streng komponierten Stil unter. 

©Ascot Elite
Die Story rund um den abgehalfterten Schauspielstar Siu-ho, der in ein unheimliches Hochhaus zieht, läuft ziemlich schnell völlig aus dem Ruder. Verschiedenste Genres prallen aufeinander und eigentlich ist es ein Wunder, dass der Zuschauer immer noch am Ball bleibt. Denn auch wenn die Geschichte in einem Blutbad aus Merkwürdigkeiten versinkt, so schaut man doch gerne zu. Die Frage nach dem Sinn stellt sich nur selten, da Ju No Mak allein durch sein visuelles Talent schon zu begeistern vermag. „Rigor Mortis“ ist weit weg vom Mainstream und verschließt sich westlichen Sehgewohnheiten manchmal ziemlich. Lässt sich das Publikum allerdings auf diesen wilden Trip durchs Wohnhaus-Gruselkabinett ein, macht der Streifen einigen Spaß. 

Bizarr, ein wenig witzig und gefüllt mit skurrilen Ideen – das beschreibt „Rigor Mortis“ wohl am besten. Wer genug hat vom Einheitsbrei, sollte zugreifen. Etwas vergleichbares gibt es nämlich nicht. 

©Ascot Elite
BEWERTUNG: 07/10
Titel: Rigor Mortis
Erscheinungsjahr: 2013
Laufzeit: 105 Minuten
FSK: ab 18 freigegeben
Regisseur: Juno Mak
Darsteller: Richard Ng, Hoi-Pang Lo, Kara Hui








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