Mittwoch, 26. März 2014

Warum es Nobelpreise für Penisse geben sollte - Dom Hemingway!




AB 17. APRIL IM KINO ©20th Century Fox


Wenn ein Film mit einer fünfminütigen Laudatio auf des Hauptcharakters Penis beginnt, darf das Publikum tatsächlich einen etwas anderen Film erwarten. Nichts anderes ist „Dom Hemingway“ schlussendlich auch geworden. 

Jude Law säuft, kifft, schnieft und vögelt sich durch einen 90 minütigen Gangsterfilm, der zum einen seinem besten Stück Nobelpreisqualitäten zuspricht und zum anderen noch durch seine filmischen Aspekte bestechen will. Nun, ab diesem Punkt hat „Dom Hemingway“ schon deutlich zu kämpfen. Natürlich ist es schön Schauspielstar Jude Law dabei zu beobachten, wie er seinem einstigen Rollentypus als Beau vollkommen widerspricht. Immerhin nahm er für seine Rolle 13 Kilogramm zu, indem er jeden Tag 10 Coca Colas trank. Aber reicht das aus, um ganze 90 Minuten zu füllen? Eher nicht. 

©20th Century Fox

„Dom Hemingway“ beginnt auf amüsante typisch britische Art mit viel schwarzem Humor und einer Hauptperson, die die Bezeichnung Unsympath mehr als verdient hat. 12 Jahre hat Dom Hemingway für einen Raubüberfall eingesessen. 12 Jahre, in denen er seinen einstigen Boss jederzeit hätte verraten können. Doch stattdessen bleibt er im Gefängnis und wartet auf den Tag seiner Belohnung, sobald er wieder draußen ist. Dieser Tag kommt tatsächlich und verläuft doch völlig anders, als gedacht. Dom muss sich nun nicht nur mit seiner Tochter herumschlagen, sondern steht auch sonst wieder dort, wo er 12 Jahre zuvor gestanden hat. Vor dem Nichts. Ein neuer Plan muss her…

Eigentlich ist es schade, dass „Dom Hemingway“ nicht in dem Maße überzeugt, wie sich sein Hauptdarsteller für die Rolle verausgabt. Sämtliche Grundzutaten für ein befriedigendes Kinoerlebnis sind nämlich vorhanden. Interessante Charaktere, talentierte Darsteller, eine an Guy Ritchie erinnernde Gangster-Story und natürlich die Jagd nach dem großen Geld. Doch leider verliert Regisseur Richard Shepard zwischen den ellenlangen selbstverliebten Monologen seines Protagonisten den Faden. Die Story tritt auf der Stelle, kommt nicht voran und mit der Zeit treffen nicht einmal mehr die Gags ihr Ziel. So schnell Jude Law die Dialoge einem Maschinengewehr gleich auf die Leinwand pfeffert – es lassen sich viele Blindgänger unter ihnen finden. So hangelt sich „Dom Hemingway“ von einem schwarzhumorigen Gag zum anderen, während der Rest zu bloßer Staffage verkommt. 

Das mag reichen, um 90 Minuten zu füllen, jedoch nicht, um das Publikum wirklich mitzureißen. Da helfen auch keine fast schon poetischen Fluch-Eskapaden, die die deutsche Synchronisation mehr als einmal an ihre Grenzen bringen. Insgesamt ist „Dom Hemingway“ durchschnittliches Gangsterkino von der Insel, das hinter seinen Möglichkeiten bleibt. Fans von Jude Law sollten sich den Film allerdings trotzdem anschauen, denn so völlig ungehemmt spielen sehen, hat man ihn bis dato noch nie. Ehrenwort. 

BEWERTUNG: 5,5/10
Titel: Dom Hemingway
FSK: ab 16 freigegeben
Laufzeit: 94 Minuten
Regisseur: Richard Shepard
Darsteller: Jude Law, Emilia Clarke, Richard E. Grant, Kerry Condon, Demian Bichir, Nathan Stewart-Jarrett






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