Montag, 31. März 2014

Vögel außer Rand und Band - "Rio 2 - Dschungelfieber"!




©20th Century Fox


2011 eroberte „Rio“ zum ersten Mal die Leinwand und konnte mit fast 500 Millionen Dollar Einnahmen viele Vertreter auf die hinteren Ränge verweisen. Dazu gab es noch eine Oscarnominierung für den besten Song und die Fortsetzung war beschlossene Sache. Was den Erstling auszeichnete, waren die witzigen Charaktere, eine hervorragende Gagdichte und Songs, die weit von Disney entfernt waren und ein wenig brasilianisches Tanzfieber entzündeten. Hinzu gesellte sich ein tollpatschiger Held, der als Vogel in der Menschenwelt zurechtkommen muss. 

Blu hat sich seit den Geschehnissen in Teil 1 wunderbar in Rio De Janeiro eingelebt. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Jewel hat er inzwischen drei kleine Kinder, die das Familienleben stets auf Trab halten. Da erreicht sie eine erfreuliche Nachricht: Das Forscherpaar Linda und Tulio haben am Amazonas weitere Artgenossen der beiden blauen Aras gefunden. Es versteht sich von selbst, dass die gesamte Familie einen Ausflug macht, um neue Freunde zu finden. Wenn ihnen da nicht ein alter Bekannter einen Strich durch die Rechnung macht…

©20th Century Fox

Der brasilianische Regisseur Carlos Saldanha versucht nun die Idylle durch einen weiteren Tapetenwechsel zu torpedieren. Blu muss sich nun im Urwald - seinem eigentlichen Lebensraum -  ­­ beweisen, was dem verwöhnten Vogel etwas schwer fällt. Storytechnisch bewegt sich „Rio 2“ leider überhaupt nicht auf demselben Niveau, wie noch sein Vorgänger. Von vorne bis hinten vorhersehbar, neue Charaktere, die direkt aus der Mottenkiste des Drehbuch-1-mal-1 zu stammen scheinen und obendrein zu viele Storystränge, die nicht alle zufriedenstellend vorgestellt werden. Die ersten 45 Minuten kann „Rio 2“ wirklich zu keiner Zeit an den Erstling anknüpfen, was im Grunde schade ist. Erst mit Ankunft im Dschungel bekommt der Film so langsam die Kurve. Die Gags werden besser und vor allem überraschender und dasselbe angenehme Gefühl wie in Teil 1 macht sich breit. 

Schade nur, dass „Rio 2“ gleich zwei Bösewichte einführt und es versäumt wenigstens einem genügend Raum zu bieten. Nummer 1 wärmt die Geschehnisse des Originals auf, während Nummer 2 die Kritik an Abholzung durch den Menschen noch eindrücklicher machen soll. Funktioniert beides eher mittelprächtig, aber dank einiger nun doch zündender Gags durch diverse Sidekicks ist das zu verschmerzen. Zumindest den Kleinen dürfte der nunmehr zweite Ausflug mit den bunten Vögeln jedenfalls gefallen. Das ältere Semester dürfte anfangs jedoch Schwierigkeiten haben, dieselbe Begeisterung zu empfinden. Doch wenn ein Film bei seiner Zielgruppe punktet, ist das wohl halb so wild. Trotzdem bleibt „Rio 2“ unter seinen Möglichkeiten und erweckt den Eindruck, dass die „Herzensangelegenheit“ des Regisseurs Saldanha nun ein wenig ausgeschlachtet wird. Doch dasselbe Problem hatte schon das „Ice Age“-Franchise. Zufälligerweise ebenfalls vom selben Regisseur und demselben Produktionsstudio. 

©20th Century Fox
BEWERTUNG: 06/10
Titel: Rio 2 - Dschungelfieber
Laufzeit: 101 Minuten
FSK: ab 0 freigegeben
Regisseur: Carlos Saldanha
Sprecher: Anne Hathaway, Jamie Foxx, Jesse Eisenberg, Bruno Mars, Rodrigo Santoro, Andy Garcia









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