Montag, 10. März 2014

Dem Tod geweiht und doch unbeschwert durchs Leben gehen - "A long way down"!




AB 3. APRIL IM KINO!  ©DCM Film Distribution


Der britische Schriftsteller Nick Hornby ist ein gern gesehener Lieferant, wenn es um Filmadaptionen seiner Werke geht. Schon mit „About a Boy“ und „High Fidelity“ konnte die Filmindustrie große Erfolge verbuchen und so verwundert es nicht, dass sein Roman „A long way down“ nun ebenfalls seinen Weg auf die Leinwand gefunden hat. 

Der französische Regisseur Pascal Chaumeil, der sich auf romantische Komödien („Der Auftragslover“) spezialisiert hat, widmet sich in „A long way down“ auf amüsante Art und Weise dem Thema Suizid und schafft es, dieser eigentlich ernsten Angelegenheit tatsächlich etwas Komik abzuringen, ohne geschmacklos zu wirken. 

Im Fokus der Erzählung stehen vier Menschen. Martin Sharp (Pierce Brosnan) ist ehemaliger TV-Moderator und hat durch einen dummen Fehler alles verloren. Maureen (Toni Collete) versucht ihrem tristen Leben zu entfliehen, Jess den Dämonen ihrer Vergangenheit. Und JJ? Er wird an einem Tumor im Gehirn sowieso bald sterben. Alle vier entschließen sich unabhängig voneinander an Neujahr Selbstmord zu begehen. Dummerweise am selben Ort und zur selben Zeit, wodurch sie alle aufeinandertreffen. Gemeinsam schließen sie einen Pakt, sich nicht vor Valentinstag umzubringen. Zeit genug, um sich besser kennenzulernen und zu erfahren, was genau sie überhaupt an jenem Tag in den Selbstmord getrieben hat. 

©DCM Film Distribution
Zum einen punktet der Film durch seine originelle Ausgangslage. Vier Menschen, die sowieso schon mit dem Leben abgeschlossen haben plötzlich weiterleben zu lassen. Hier sind Konflikte schon einmal vorprogrammiert, zumal sämtliche Protagonisten interessante und unterschiedliche Hintergrundstorys besitzen. Zum anderen ist es das Schauspielensemble, das mit seiner Spiellust auch schwache Momente wunderbar überspielt. Den Ex-Bonddarsteller Pierce Brosnan durfte der Zuschauer schon lange nicht mehr so unbeschwert und doch subtil spielen sehen, wohingegen Imogen Poots („Drecksau“) das genaue Gegenteil darstellt und auch gerne Mal verbal austeilt. Sie ist wohl das Highlight des Films. „Breaking Bad“-Darsteller Aaron Paul hat offensichtlich das Jahr 2014 ausgewählt um nun auch im Kino durchzustarten. Neben seiner ehrlichen Performance in „A long way down“ wird er auch im Blockbuster „Need for Speed“ die Hauptrolle spielen. Neben Poots ist es jedoch das Ausnahmetalent Toni Collette, das auftrumpfen darf. Zwar ist sie schon lange im Filmbusiness zugange, doch meistens spielte sie nur die zweite Geige. In „A Long Way Down“ zeigt sie nun, was sie eigentlich kann. 

Schade nur, dass der Verlauf des Films den bisher genannten Qualitätsmerkmalen nicht das Wasser reichen kann. Zu vorhersehbar der Ablauf, als das der Zuschauer wirklich mitfiebern könnte. Auch emotional vermag es der Film nicht in seiner Gänze zu packen. Es sind eher einzelne Momente, die herausragen und dem Publikum die innere Zerrissenheit seiner Figuren näher bringt. Etwa, wenn JJ verzweifelt aufs Meer hinausschwimmt, oder Martin mit seiner Selbst hadert. Im Gesamten ist „A long way down“ sicher leichtes, unterhaltsames Kino. Allerdings hätte etwas mehr Mut und auch Boshaftigkeit zum Ende hin für einen deutlich besser im Gedächtnis haftenden Film gesorgt. Denn so verlässt der Zuschauer zwar befriedigt den Kinosaal, hat den Film in einer Woche jedoch wieder vergessen. 
 
©DCM Film Distribution
BEWERTUNG: 06/10
Titel: A long way down
Laufzeit: 96 Minuten
FSK: ab 6 freigegeben
Regisseur: Pascal Chaumeil
Darsteller: Pierce Brosnan, Imogen Poots, Aaron Paul, Toni Collette, Sam Neill, Rosamund Pike












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