Donnerstag, 27. März 2014

Captain America im Kampf gegen seine Regierung - The Return of the First Avenger!





©Disney

Marvels Siegeszug ist nicht zu stoppen. Inzwischen befinden wir uns mitten in Phase 2 des Marvel Cinematic Universe und die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Jeder ihrer Filme ist erfolgreich, die Aufmachung als zusammengehörige Serie zahlt sich aus. Nun findet auch der Patriot unter den Superhelden Captain America seine verdiente Fortsetzung.  „The Return oft he First Avenger“ spielt nach dem großen Angriff der Chitauri auf New York und verankert den sympathischen Muskelprotz in der Jetztzeit. Vorbei ist die trashige Aufmachung des ersten Teils, die einige Zuschauer/Kritiker eher verschreckte. Die Fortsetzung fühlt sich eher wie ein Spionagethriller der Marke „Mission Impossible“ an - würde man die Superkräfte und ausufernden Actionszenen einmal außen vor lassen.
Cap America wird zu Beginn von Black Widow zu einem Einsatz beordert. Ein Schiff muss aus den Fängen algerischer Söldner befreit werden, ohne dass den Geiseln ein Haar gekrümmt wird. Seltsam nur, dass es sich bei dem Frachter um ein von SHIELD gesteuertes Schiff handelt. Somit ist klar: Der Angriff der Terrorristen war kein Zufall. Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten, denn die Story schlägt tatsächlich einige Haken, die mal mehr und mal weniger vorhersehbar sind. 

Überhaupt zeichnet sich der Film in den ersten zwei Dritteln durch angenehme Zurückhaltung aus. Actionszenen sind natürlich vorhanden, doch stets wohl dosiert und noch dazu hervorragend choreographiert. Dazu kommen noch zahlreiche Gadgets, die der Held und sein S.T.R.I.K.E.-Team nutzen, um ihre Aufgaben zu erfüllen. Das macht unglaublich Spaß mitanzusehen und ist tatsächlich hier und da hochspannend. Die Regisseure Anthony Russo und Joe Russo machen einiges richtig, indem sie den Ton des Films spürbar ernster werden lassen und die trashigen Aspekte auf ein Minimum begrenzen. Vor allem die ersten 90 Minuten machen dank dieser Ausgewogenheit wirklich Spaß. Die immer wieder eingestreuten Rückblicke auf Teil 1 erfreuen das Fan-Herz, wobei nicht versäumt wird lose Enden endlich abzuschließen. Nebencharaktere  der Marke Nick Fury und Black Widow bekommen nun mehr Aufmerksamkeit und Tiefe, was sich ausgesprochen bezahlt macht. Mit Falcon führen die Macher überdies eine Figur ein, die fast genauso sympathisch rüberkommt, wie der Captain selbst.

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Wer allerdings ein wenig ins Hintertreffen gerät, ist der Antagonist selbst. Der Winter Soldier hat leider nur wenige Auftritte, auch wenn er vor allem in den Actionszenen besticht. Die Choreographien sind atemberaubend und generell gewinnen die Regisseure eigentlich schon oft Gezeigtem einen besonderen Reiz ab. Seien es Kugelhagel oder Autoverfolgungsjagden – inszenatorisch ist „The Return of the First Avenger“ ein absolutes Brett. 

Eher überraschend ist es, dass sich beim Skript genauso Gedanken gemacht wurde. Der Film trifft oftmals perfekt den Zeitgeist und geizt nicht mit politischen Themen. Seien es Whistleblower, das Ausspionieren der Menschheit oder Drohneneinsätze. „The Return of the First Avenger“ sticht direkt ins Wespennest der Amerikaner und lässt die Totalüberwachung von NSA und Co auch auf der Leinwand spürbar werden. Das macht den Film zum bisher interessantesten Ableger des Marvel-Universums, da er Probleme anspricht, die für den Zuschauer direkt greifbar sind. Auch wenn der Showdown am selben Syndrom, wie schon letztes Jahr „Man of Steel“, leidet. Da kracht es doch ein wenig zu oft und laut, als dass die vielen unschuldigen Menschen außer Acht gelassen werden könnten. 

Doch muss man sich vor der Konzeption der Marvel-Oberen einfach verbeugen. Sie bedienen mit ihren Filmen zwar vordergründig das Superhelden-Genre. Doch einen weiteren Blick riskierend, wird klar: Hier werden Filme unterschiedlichster Genres aufbereitet. Ist „Thor“ astreines Fantasy-Epos, so ist „The Return of the First Avenger“ ein Spionagethriller, während es im Oktober mit „Guardians of the Galaxy“ in den Weltraum (Science Fiction) geht. Deshalb wird Marvel auch so erfolgreich bleiben und ihren Plan bis zu vier Filme im Jahr zu veröffentlichen auch durchsetzen. Und Gewinn einfahren – zu Recht. 

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BEWERTUNG: 7,5/10
Titel: The Return of the First Avenger
FSK: ab 12 freigegeben
Laufzeit: 136 Minuten
Regisseur: Anthony Russo, Joe Russo
Darsteller: Chris Evans, Robert Redford, Scarlett Johansson, Samuel L. Jackson, Cobie Smulders, Sebastian Stan, Anthony Mackie, Hayley Atwell,  Emily VanCamp












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