Freitag, 7. März 2014

150 Passagiere zusammen mit Liam Neeson in einem Flugzeug über dem Pazifik - Ist das sicher?!? // Non Stop




AB 13. MÄRZ IM KINO! ©Studio Canal


2008 ist wohl das Jahr, das Charakterdarsteller Liam Neeson im Actiongenre etablierte. Mit „96 Hours“ prügelte sich der Ire durch ganz Paris und hinterließ eine Horde toter Körper. Seit diesem Zeitpunkt – einhergehend mit dem Tod seiner Ehefrau – zementierte er seinen neuen Ruf als Actionheld und stürzte sich in die Arbeit. Ähnlich wie Jason Statham glichen sich seine Filme immer mehr. Neeson mimt den Held wider Willen, der allein auf weiter Flur gegen seine Feinde ankommen muss. Nun steht mit „Non Stop“ der nächste Actionkracher ins Haus. Gedreht von Jaume Collet-Serra, der Neeson schon in „Unknown Identity“ überraschend gelungen in Szene setzte. 

Nun zum ersten Mal wird das Setting allerdings räumlich begrenzt. Schauplatz des neuerlichen Kampfes um Menschenleben ist ein Passagierflugzeug mit ungefähr 150 Menschen an Bord. Neeson spielt den in die Jahre gekommenen Air Marshall Bill Marks, der mit sich selbst nur schwer zurecht kommt und für seinen Job eigentlich wenig Zuneigung hegt. Plötzlich droht während eines Routineflugs ein Unbekannter alle 20 Minuten einen Passagier zu töten. Zuerst nicht ernst genommen, entwickelt sich der Flug zu einem wahren Horrorstück für Menschen mit Flugangst. Denn jeder könnte der Täter sein…

Kammerspielartig entfaltet sich die Todesfalle Flugzeug zu einem spannenden Thriller, der seine Stärken vor allem in Stunde eins formidabel auszuspielen weiß. Die Suche nach dem Schuldigen präsentiert Regisseur Collet-Serra sehr packend. Dazu ist „Non Stop“ oftmals wunderschön gefilmt. Elegante Kamerafahrten fangen die beengte Atmosphäre im Flugzeug perfekt ein und lassen den Zuschauer mehr als einmal einen beklemmenden Blick in den voll gestopften Kinosaal werfen. Die Drehbuchautoren verstehen es falsche Hinweise zu säen und so die Spannung bis kurz vor Schluss aufrecht zu halten. Wer war es? Wer verhält sich verdächtig? Moment….der Passagier dort vorne tippt doch gerade mit seinem Handy? 

©Studio Canal
Die Spannungskurve steigt vorbildlich und die Erwartungen, die der grandiose Trailer schürte, erfüllen sich tatsächlich. Es macht Spaß der Kampfmaschine Neeson durchs Flugzeug zu folgen und zu raten, wer denn nun der Killer ist. Allerdings hapert es hin und wieder an der Glaubwürdigkeit seiner Figur. Manche seiner Aktionen sind im höchsten Maße unprofessionell, da sie die verängstigten Insassen nur noch mehr aufstachelt. Auch das Finale verliert leider an Drive, kann sie doch nicht mit der intelligenten Inszenierung der ersten Hälfte mithalten. Zudem ist die Rechtfertigung des Entführers ein wenig schwammig geraten.

Nichtsdestotrotz ist „Non Stop“ gelungenes Popcornkino, das seine Zuschauer zu unterhalten weiß. Vor allem dank klugem Casting kann auch ein erfahrener Kinogänger nicht erraten, wer denn nun wer ist. In Nebenrollen tummeln sich nämlich bekannte Namen, wie zum Beispiel Julianne Moore („Children of Men“), jetzige Oscargewinnerin Lupita Nyong’o („12 Years A Slave“), Corey Stoll („House Of Cards“) oder Michelle Dockery („Downtown Abby“). Das sorgt 1. für mehr Authentizität und 2. für Unkenntnis über den weiteren Verlauf, da diesmal nicht einmal durch Darstellernamen auf Täter geschlossen werden kann. „Non Stop“ macht also Spaß und kann trotz der erwähnten Fehler als gelungener Eintrag in Neesons Actionvita bezeichnet werden. 


©Studio Canal
 BEWERTUNG: 6,5/10
Titel: Non-Stop
FSK: ab 12 freigegeben
Laufzeit: 110 Minuten
Regisseur: Jaume Collet-Serra
Darsteller: Liam Neeson, Julianne Moore, Lupita Nyong'o, Corey Stoll, Michelle Dockery, Anson Mount







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