Mittwoch, 12. Februar 2014

Robocop sorgt für Recht und Ordnung in deutschen Kinos! // "Robocop"




©Studiocanal


Seit Jahren plündert Hollywood einigermaßen erfolgreich in eigenen Gefilden. Filme, die schon eine gewisse Anzahl an Jahren auf dem Buckel haben (oder im Falle von „The Amazing Spiderman“ auch nicht) werden für eine neue Generation von Fans wieder aufgegriffen und neu adaptiert. Das gelingt mal überraschend gut (z.B. „Dawn oft he Dead“) oder ziemlich schlecht (z.B. „Conan“), wobei Fans der Originale in den meisten Fällen eher weniger zufrieden sind. Vor allem der niederländische Regisseur Paul Verhoeven musste in letzter Zeit Federn lassen, denn gleich zwei seiner wegweisenden Science Fiction-Filme aus den 80ern wurden als Remake verwurstet. Einmal durch die Hand von Len Wiseman („Underworld“), der versuchte, „Total Recall“ einen neuen Anstrich zu verpassen und damit mehr oder minder versagte. Einen neuen Versuch strebt nun der brasilianische Regsseur Jose Padilha („Tropa de Elite“) mit „Robocop“ an. 

Dabei wählt er einen völlig anderen Weg, als noch sein Kollege Wiseman. Statt einfach nur auf teure Explosionen und massig Eye Candy zu setzen, ist Padilha tatsächlich an mehr als purem Blockbuster-Mischmasch gelegen. „Robocop“ beginnt in der Tat erstaunlich langsam und lässt sich Zeit seine Figuren ausführlich vorzustellen, sowie die aktuelle politische Situation Amerikas zu analysieren. Hier haben die Drehbuchautoren doch einige Arbeit geleistet, denn in sich schlüssig und sinnvoll neuinterpretiert wirkt das Setting rund um „Robocop“ durchaus. Für einen Blockbuster versorgen die Schreiber den Zuschauer mit einem sinnvollen Kommentar zur aktuellen Drohnenpolitik der USA, reißen noch Themen der Ethik im Medizinbereich an und holen noch zum Rundumschlag gegen profitorientierte Firmenmanager aus. So weit, so gut. 

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Schauspielerisch kann „Robocop“ auch absolut keinen Vorwurf gemacht werden. Hier hat sich das Studio nicht lumpen lassen und sämtliche Rollen hochkarätig besetzt. Ironischerweise ist der Hauptdarsteller Joel Kinnaman, bekannt aus der Serie „The Killing“, der unbekannteste Name im Cast. Sonst geben sich in den Nebenrollen die Charakterdarsteller die Klinke in die Hand. Vor allem Gary Oldman überzeugt in der Rolle des zwiegespaltenen Wissenschaftlers, der eigentlich nur helfen will und einem Konzern zur Herstellung einer Waffe verhilft. Frankensteins Robocop sozusagen. Auch Michael Keaton, Jackie Eearle Haley und natürlich Samuel L. Jackson sorgen schon mit bloßer Präsenz für mehr Authentizität, als so mancher Genrevertreter. 

Wo „Robocop“ allerdings Boden verliert, ist seiner Unentschlossenheit geschuldet. Im einen Moment nimmt sich der Film seine Zeit, nur um im nächsten Moment in ermüdendem und leider auch uninspiriertem Geballer zu münden. Nicht gerade förderlich ist das Einsetzen der berühmt-berüchtigten Wackelkamera, die die Actionszenen arg unübersichtlich ausfallen lässt. Hier merkt das Publikum ganz deutlich, wie das Studio und Regisseur Padilha unterschiedlicher Auffassung waren. Immerhin bezeichnete Padilha die Produktion als „schlimmste Erfahrung in seinem Leben“. Herausgekommen ist ein unausgegorener Mix aus typischem Actiongewitter und ambitioniertem Hollywoodkino. Eben das, was das Original aus den 80ern repräsentiert. 

In Ansätzen durchaus lobenswert, im Hinblick auf die gesamte Produktion allerdings nur knapp über Durchschnitt. Des Zuschauers Zeit vergeudet „Robocop“ aber nicht. Dafür sorgen allein schon die klasse Darsteller und der eine oder andere kritische Gedanke, der es doch noch in den Film geschafft hat. Dass „Robocop“ im Vergleich zum Original überaus blutarm zur Tat schreitet, mein Gott, da gibt es schlimmeres. 


©Studiocanal
BEWERTUNG: 06/10
Titel: Robocop
FSK: ab 12 freigegeben
Laufzeit: 112 Minuten
Regisseur: Jose Padilha
Darsteller: Joel Kinnaman, Gary Oldman, Samuel L. Jackson, Michael Keaton, Jackie Earle Haley, Abbie Cornish, Jay Baruchel, Michael Kenneth Williams




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