Samstag, 15. Februar 2014

Ein Herzschmerz-Wintermärchen lässt den Zuschauer kalt - "Winter's Tale"!




©Warner Bros.


Es ist gar nicht das Genre, das „Winter’s Tale“ einen Strich durch die Rechnung macht. Das Kino ist für die großen Romanzen wie geschaffen, lassen sich doch Gefühle auf der riesigen Leinwand weitaus besser transportieren. Hollywood hat in der Vergangenheit schon oft bewiesen, dass es Kitsch mit ehrlichen Gefühlen zu verbinden vermag. Heraus kommen in den besten Fällen großartige Werke, die auch noch Jahre später in der Popkultur ihren Platz finden. „Winter’s Tale“ versucht dies zu jederzeit nachzuahmen. In jeder Sekunde geht es um die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Die Liebe steht über allem, verhilft dem Menschen zu Höchstleistungen und lässt sich oftmals nicht rational erklären. Ebenso wie die Dialoge des Films, die immer wieder dermaßen in der Klischee-Mottenkiste kramen, dass das Zuhören weh tut. Dabei ist zu Beginn noch alles in Butter. 

Regisseur Akiva Goldsman (Oscarpreisträger für „A Beautiful Mind“) präsentiert dem Zuschauer die leidvolle Geschichte des Einwanderers Peter Lake (Colin Farrell). Er muss sich mit seinem ehemaligen Boss Pearly Soames (Russell Crowe) herumschlagen und fürchtet um sein Leben. Auf der Flucht begegnet er zufällig der schönen Beverly (Newcomerin Jessica Brown Findley), der er auf Anhieb verfällt. 

©Warner Bros.
Nun, ab diesem Moment verliert „Winter’s Tale“ jegliche Bodenhaftung. Die vorher noch geheimnisvoll eingestreuten Fantasy-Momente werden lieblos in die Story integriert, ohne jemals genügend Hintergründe aufzudecken. Wirkt die Organisation um Bösewicht Soames noch interessant, gibt Regisseur Goldsman im Folgenden seine Figuren der Lächerlichkeit preis. Russell Crowe spielt dieselbe Rolle wie schon in „Les Miserables“, allerdings ohne ausreichend Zeit zum Glänzen. Der Gipfel der Peinlichkeit ist allerdings Will Smith als Ghettorapper-Teufel, der so gar nicht zum eigentlich märchenhaften Rest des Filmes passen will. Der Zuschauer weiß nicht, ob er lachen oder weinen soll. „Winter’s Tale“ wirkt von vorne bis hinten zusammengeflickt, bietet miese Effekte und nimmt seine Charaktere überhaupt nicht ernst. Einzig und allein das Filmpaar Colin Farrell und Jessica Brown Findley wissen zu überzeugen und retten den Film noch ein wenig. 

Das ist wirklich unglaublich schade, denn Potenzial bietet sich im Sekundentakt und wird auch genauso schnell wieder liegengelassen. Wichtige Plotdetails werden in Nebensätzen abgehakt, wo das Publikum gerne mehr erfahren würde. Stattdessen serviert uns Regisseur Goldsman ein fliegendes Pferd, das schlechter gar nicht mehr animiert sein könnte. Die Romanvorlage des amerikanischen Bestsellerautoren Mark Helprin aus dem Jahre 1983 bietet vielleicht mehr Hintergründe. Die Verfilmung wirkt nämlich überaus lückenhaft und hechtet von einem Punkt zum anderen. Logische Charakterentwicklung? Fehlanzeige. Dafür gibt es einen Haufen christlicher Symbolik, die in der Form zuletzt „Die Chroniken von Narnia“ besaß. 

Es tut dem Zuschauer wahrlich leid, wenn der eigentlich hervorragende Cast und die verheißungsvolle Ausgangsidee in einem derart unterdurchschnittlichen Film verschwendet werden. Da nützt auch kein Valentinstag als Veröffentlichungsdatum um seine Zuschauer zu beschwichtigen. 


©Warner Bros.
BEWERTUNG: 04/10
Titel: Winter's Tale
FSK: ab 12 freigegeben
Laufzeit: 118 Minuten
Regisseur: Akiva Goldsman
Darsteller: Colin Farrell, Russell Crowe, Jessica Brown Findley, Will Smith, William Hurt, Jennifer Connelly, Kevin Durand, Graham Greene, Matt Bomer,






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