Donnerstag, 27. Februar 2014

Der Papa macht das gut! - "Stromberg - Der Film"!




©Brainpool
Die Serie „Stromberg“ von 2004 hat seit ihrem Bestehen eine große Anhängerschaft gefunden und ihre Qualität im deutschen Fernsehen mehrfach unter Beweis gestellt. Der Abteilungsleiter der Capitol Versicherung, Bernd Stromberg, hielt her für eine zynische Satire, die den deutschen Bürokratenwahnsinn aufs Korn nahm und oftmals den Nagel auf den Kopf traf. Nun, nach fünf Staffeln, konnte durch Crowdfunding ein Budget erreicht werden, das einen Kinofilm ermöglichte.
Mit „Stromberg – der Film“ setzt Regisseur Arne Feldhusen dem berühmtesten Ekelpaket der letzten Jahre ein fulminantes Denkmal, das der Serie in nichts nachsteht und phasenweise sogar noch einen draufsetzt. Stromberg muss nun erfahren, dass die Capitol rationalisiert und damit die gesamte Abteilung schließen wird. Geschockt fährt er mit seinen Kollegen erst einmal zur 50 Jahre-Capitol-Betriebsfeier und das Chaos ist dementsprechend vorprogrammiert. 

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Christoph Maria Herbst ist natürlich das Herz und die Seele als Stromberg. Er verkörpert diesen unverschämt hassenswerten Charakter mit einer Inbrunst, die sich gewaschen hat. Vollkommen glaubwürdig denunziert er seine Angestellten, macht Witze auf ihre Kosten und ist im Einstecken nur halb so gut. Es ist eine wahre Freude als Zuschauer dieser Figur zu folgen und ihn in dem einen Moment zu hassen, nur um ihn im anderen zu feiern, da er manchmal doch die Wahrheit spricht. Gelungen beleuchtet der Film (als auch die Serie vor ihm) den täglichen Kampf im Büro um Beförderungen, Machtstellungen und Konkurrenz zwischen Kollegen. Dabei ist „Stromberg – der Film“ so unfassbar witzig, dass das Publikum vor lauter Lachen einige Gags überhaupt nicht mitbekommt. Teilweise ist die Gagdichte nämlich dermaßen hoch – man möchte sich selbst am Lachen hindern um ja keinen weiteren Witz zu verpassen. Schenkelklopfer, Momente zum Fremdschämen, leise Komik – all das ist in „Stromberg – der Film“ vorhanden. 

Als Fan der Serie ist der Zuschauer wirklich bestens aufgehoben, da Regisseur Feldhusen kompromisslos zu Werke geht. Er weiß, dass ohne die Hingabe der Fans – die immerhin 3,3 Millionen Euro beisteuerten, kein Film möglich gewesen wäre. Feldhusen bedankt sich bei ihnen, indem er das Beste aus allen fünf Staffeln nimmt und es in zwei Stunden Laufzeit komprimiert. Sogar sämtliche (ehemalige) Darsteller kommen zu Wort und machen den Film für Kenner der Serie zum absoluten Muss. 

Hauptdarsteller Maria Herbst betonte in Interviews immer wieder, dass die Figur Stromberg fertig erzählt wäre. Und tatsächlich fühlt sich die Kinoverfilmung wie eine Art Schlusspunkt an. Ein überaus gelungener, witziger und zum Fremdschämen einladender Schlussakt, der besser fast nicht machbar gewesen wäre. Obwohl die Tür für ein Comeback einen winzigen Spalt offen gelassen wird. Immerhin bietet sich nun eine völlig neue Art von Satire quasi auf dem Silbertablett an. Das Publikum darf in jedem Fall gespannt sein, ob und wie es weiter geht. 


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BEWERTUNG: 8,5/10
Titel: Stromberg - der Film
FSK: ab 12 freigegeben
Laufzeit: 123 Minuten
Regisseur: Arne Feldhusen
Autor: Ralf Husmann
Darsteller: Christoph Maria Herbst, Bjarne Mädel, Oliver Wnuk, Diana Staehly, Milena Dreißig, Laurens Walter, Maja Beckmann







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