Montag, 13. Januar 2014

Zwei Opas im Ring - Zwei vom alten Schlag





©Warner Bros.

Zwei Legenden stehen sich gegenüber. Die beiden Boxer The Kid und Razor befinden sich auf der Höhe ihrer Zeit, sind die unangefochtenen Könige ihrer Disziplin und absolute Stars. In zwei Kämpfen treffen sie aufeinander und der jeweils andere gewinnt. Es steht unentschieden. Doch zum Entscheidungskampf kommt es nie, was vor allem The Kid niemals los lässt. 40 Jahre nach ihrer offiziellen Karriere wagen sie nun ein Comeback. Für längst vergangenen Ruhm, dem Hinterherlaufen eines alten Ideals und dem Wissen, wer von ihnen der Beste ist. 

Da passt es doch ungemein, dass diese beiden Box-Urgesteine auch von Dinosauriern im Kinogeschäft dargestellt werden. Sylvester Stallone tritt an gegen Robert De Niro. Ein Fest für Fans, die sich freudig die Hände reiben. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Situation ihrer Figuren auch ein wenig ihr eigenes Leben reflektiert. Stallone galt vor einigen Jahren schon als abgeschrieben, ehe er sich seiner Wurzeln besann und zum neuerlichen König des Action-Genres avancierte. Auch De Niro, der zweifellos ein Ausnahmetalent ist, hechelt alten Erfolgen hinterher. Natürlich zehrt er von seinem alten Ruhm, doch die wirklich großen Rollen(und Filme) blieben ihm in den letzten Jahren verwehrt. Sein Name prangt immer öfter auf Direct-to-DVD-Veröffentlichungen, was dem Filmfan in der Seele weh tut. So verwundert es nicht, dass auch „The Kid“ in seinem hauseigenen Restaurant alten Zeiten nachtrauert und immer wieder Geschichten längst vergangener Tage zum Besten gibt. Kein Wunder, dass De Niro für dieses Projekt zugesagt hat, schließlich dürfte er einiges im Skript wiedererkannt haben. 

Mit „Zwei vom alten Schlag“ gelingt insbesondere De Niro ein kleines Comeback zu früherer Form. Zwar ist der Film immer noch weit von zurückliegenden Ruhmestaten entfernt, allerdings steht ihm die Selbstironie gut zu Gesicht. Viele Gags treffen ins Ziel, auch wenn es schwer ist Stallones aufgeblähten Körper in Großaufnahme zu sehen. Inzwischen sieht er doch ziemlich verbraucht aus, selbst wenn seine Muskeln für sein Alter immer noch beachtlich hervorstechen. 

©Warner Bros.
Regisseur Peter Segal gelingt ein sympathisches Techtelmechtel mit der Vergangenheit, was sicherlich auch mit dem Rest des Casts zusammenhängt. Kim Basinger ist als Frau zwischen den Fronten wunderbar besetzt und Jon Bernthal scheint im Moment groß im Kommen zu sein. Von „The Walking Dead“ über „Mob City“ bis hin zu „The Wolf of Wall Street“ ist er in jedem Medium vertreten. Einzig und allein Kevin Hart in der Rolle des quirligen Managers übertreibt es ein wenig und macht klar, dass er in Klamauk-Attacken a la „Scary Movie“ besser aufgehoben ist. 

Storytechnisch bewegt sich „Zwei vom alten Schlag“ auf geradlinigem Wege. Wirklich überraschend ist nichts, sämtliche Charaktere entwickeln sich wie vorgesehen. Dennoch stellt sich vor allem gegen Ende eine gewisse Rührung mit ein. Denn „Zwei vom alten Schlag“ wirkt wie ein Abgesang auf eine gesamte Ära, die im Aufeinandertreffen zweier (ehemaliger) Kolosse ihren Abschluss findet. Der „Italian Stallion“ gegen den „Raging Bull“. Zwei Kinolegenden, die langsam aber sicher vom großen Rampenlicht zurücktreten müssen. Die Jugend währt leider nicht ewig. 


©Warner Bros.
BEWERTUNG: 6,5/10
Titel: Zwei vom alten Schlag
FSK: ab 12 freigegeben
Laufzeit: 113 Minuten
Regisseur: Peter Segal
Autor: Doug Ellin, Tim Kelleher, Rodney Rothman
Darsteller: Robert DeNiro, Sylvester Stallone, Kim Basinger, Jon Bernthal, Alan Arkin, Kevin Hart






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