Montag, 20. Januar 2014

Sean Connery lässt sich zu einem weiteren Bond-Abenteuer überreden - "James Bond - Diamantenfieber"!






©Sony Pictures
Nachdem sich für die Produzenten der Sprung ins Ungewisse mit George Lazenby nicht gelohnt hatte, versuchte man mit „Diamantenfieber“ wieder an alte Erfolge anzuknüpfen. Sean Connery ließ sich noch einmal überreden in die Rolle des kultigen Agenten zu schlüpfen und heraus kam....das.

Ich will nicht sagen, Connerys letztes offizielles Bond-Abenteuer wäre übermäßig schlecht. Doch ist Bond für mich immer am besten, wenn die Story auf dem Boden bleibt und nicht ins Phantastische abdriftet. Generell hängt „Diamantenfieber“ an mehreren Stellen durch. 

Mit Blofeld wurde zu Beginn des Bondfranchises ein geheimnisvoller Bösewicht eingeführt, der nie völlig zu sehen war und der eher im Hintergrund agierte. Durch falsche Planung, das Verwerfen von Filmen und deren zu späte Verfilmung geriet Blofeld jedoch zwecks mangelnder Kontinuität, Darstellerwechsel und daraus resultierender Unlogik zur Witzfigur.

„Diamantenfieber“ stellt dabei die völlige Demontage des Erzfeindes Bonds dar.
Präsentiert sich der Film anfangs noch völlig zurückgenommen und geerdet, so überaus abstrus und schwachsinnig entwickelt sich die Geschichte. Anfangs verfolgt Bond einen Diamanten-Schmugglerring. Das macht Spaß, nährt es doch die Hoffnung endlich mal keinen verrückten Bösewicht vorgesetzt zu bekommen der wieder die Weltherrschaft an sich reißen möchte. An seine Seite gesellt sich die geheimnisvolle Tiffany, aus der Bond erst einmal schlau werden muss.
Die erste Stunde steht ganz in der Tradition der besten Bondfilme. Connerys Charme, wenige Actionszenen und eine ruhige Atmosphäre erinnern an vergangene Großtaten.

Damit ist es aber vorbei, sobald Blofeld die Bühne betritt. Die Story nimmt reichlich seltsame Formen an, das Bondgirl wird von der kühlen, intelligenten Lady zu einem naiven, dummen Blondchen degradiert und wir befinden uns wieder ganz im Chauvi-Reich Bond. 


©Sony Pictures
Das ist dermaßen nervig, dass es den Film beinahe versaut. Nach der großartigen und vor allem gleichgesetzten Diana Rigg in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ grenzt es schon fast an Körperverletzung diesem Slapstick-Massaker zusehen zu müssen. Wäre da nicht die zugegebenermaßen wirklich witzige Autoverfolgungsjagd, die schräge Undercoverarbeit im Labor mit anschließender Flucht durch ein Mondfahrzeug(!) - „Diamantenfieber“ würde sang- und klanglos untergehen. 

Wieder einmal sind es auch die Handlanger des Bösen, die den Karren aus dem Dreck ziehen. Mit Mr. Kidd und Mr. Wint ist den Machern ein faszinierendes Killerpärchen gelungen, die sich zwar hier und da dämlich verhalten, im Großen und Ganzen aber gehörig Spaß machen.
Ändert jedoch nichts daran, dass der per se großartige Blofeld hier vollends seiner geheimnisvollen Aura beraubt wird. Der Showdown auf der Ölplattform ist zwar gewollt komisch geraten, entblößt ihn jedoch als Witzfigur. Unglaublich schade.

In vielen Dingen ist „Diamantenfieber“ ein Schritt in die falsche Richtung. Sei es die desaströse Darstellung der Bondfrauen (was sich nahtlos mit Roger Moore fortführen lässt), Blofelds Demaskierung und den Hang zum Slapstick. Trotzdem ist „Diamantenfieber“ immer noch irgendwie unterhaltsam. Dank einiger skurriler Ideen, ebenso schrägen Nebenfiguren und Connerys Ausstrahlung, der die Coolness für sich gepachtet hat.



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©Sony Pictures
BEWERTUNG: 06/10
Titel: James Bond - Diamantenfieber
FSK: ab 16 freigegeben
Laufzeit: 120 Minuten
Regisseur: Guy Hamilton
Darsteller: Sean Connery, Desmond Llewelyn, Bernard Lee, Lois Maxwell, Jill St. John, Charles Gray









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