Dienstag, 21. Januar 2014

Sean Connery dankt ab, es lebe Roger Moore! // Leben und Sterben lassen!





©Sony Pictures

„Leben und Sterben lassen“ stellt den Einstand Roger Moores als James Bond dar und ist wirklich äußerst gelungen. Zum ersten Mal im Bonduniversum spielt ein Afroamerikaner den Bösewicht, Bond bekommt ein afroamerikanisches Bondgirl zur Seite gestellt und endlich einmal steht tatsächlich nicht die Rettung der Welt auf Bonds Agenda. 

Wenn man Eines den Produzenten nicht vorwerfen kann, dann ist es fehlende Originalität, was die Schauplätze betrifft. Von New Orleans Straßen mit ihren unüblichen Beerdigungen über Voodoo-Zauber, dem auf jamaikanischen Inseln gefrönt wird. Das Setting macht unglaublich Laune, ist mal schaurig bedrohlich, dann wieder skurril bis witzig. Dabei entspinnt sich eine interessante Story rund um einen dubiosen Diplomaten, der nicht das zu sein scheint, was er vorgibt.

Moore selbst ist dabei eine Light-Version Connerys. Auch er bedient sich lockerer Sprüche, kann aber nicht ganz mit dem Charisma aufwarten, das den hochgewachsenen Schotten einst so berühmt machte. Dennoch ist sein erster Ausflug insgesamt als gelungen zu bezeichnen. Im Gegensatz zum vorherigen Bond-Darsteller Sean Connery blieben Lois Maxwell als Miss Moneypenny und Bernard Lee als M weiter mit an Bord. Letzterer hat allerdings nur einen kleinen Auftritt, da seine Frau kurz vor Dreharbeiten bei einem Feuer starb. 

©Sony Pictures
„Leben und Sterben lassen“ ist dank der realitätsnäheren Inszenierung und dem eher zurückhaltenden Chauvinismus Moores einer der besten Abenteuer des bekanntesten Geheimdienstlers seiner Majestät. Dazu gesellen sich noch famose Handlanger, die die Tradition der Reihe – nämlich grundsätzlich interessantere Gehilfen als tatsächliche Bösewichte zu haben – nahtlos fortführen. Baron Samedi, Tee-Hee und Whisper passen perfekt zur leicht mystischen Note des Films, was sich in der famosen Begräbnisszene auf der Insel noch einmal klar herauskristallisiert.

„Leben und Sterben lassen“ lässt keine Zweifel offen, dass es sich hier um einen der stärksten Bondausflüge überhaupt handelt. Dabei darf freilich nicht der den 80ern zugrunde liegende Rassismus außer Acht gelassen werden. Sämtliche Klischees werden aufgefahren und für den Zuschauer wird es hin und wieder ziemlich befremdlich. Ob Kultur, Aussehen oder Bräuche – die „Schwarzen“ werden so dargestellt, wie sie nur in Literatur/Filmen existieren können. Trotzdem macht „Leben und Sterben lassen“ großen Spaß und wagt neues im festgefahrenen Bond-Franchise.
PS: Mit der Figur des Sheriff Nepomuk Pepper  haben die Macher eine gelungene Comic Relief – Figur eingeführt, die auch im nächsten Teil ordentlich vom Leder ziehen darf.


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©Sony Pictures
BEWERTUNG: 08/10
Titel: James Bond - Leben und sterben lassen
FSK: ab 16 freigegeben
Laufzeit: 119 Minuten
Regisseur: Guy Hamilton
Darsteller: Roger Moore, Jane Seymour, Lois Maxwell, Bernard Lee, Yaphet Kotto, Gloria Hendry, Clifton James, David Hedison







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