Samstag, 11. Januar 2014

"R.I.P.D." - ihr (untoter) Freund und Helfer!






©Universal Pictures
Für den typischen Hollywoodblockbuster war 2013 kein sonderlich gutes Jahr. Einige hochbudgetierte Filme mussten als Millionengrab herhalten, auch wenn sie das gar nicht verdient hatten(„Lone Ranger“). Im Falle von „R.I.P.D.“ muss allerdings gesagt werden: Der Flop ist berechtigt. Mit einem ungefähren Budget von 130 Millionen(Marketing NICHT miteinbezogen) konnte der Actionkracher gerade mal 78 Millionen weltweit  für sich verbuchen. Nur zur Erinnerung: Ein Film gilt erst dann als Gewinn, wenn er mindestens das Zweieinhalbfache seiner Kosten einspielt. 

Doch woran liegt das? 

Der deutsche Regisseur Robert Schwentke, der 2010 noch eine Horde Rentner auf das Kinopublikum losließ(„RED“), gibt sich völlig dem hollywoodschen Blockbusterschema hin. Ablauf der Story nach Schema F, Monsterdesign von der Stange und Schauspieler, die (fast) durchgehend schon bessere Zeiten gesehen haben. 

Ryan Reynolds gibt dabei den Cop Nick Walker, der nach seinem plötzlichen Ableben im „R.I.P.D.“ anheuern muss. „R.I.P.D.“ steht für Rest in Peace Department und soll dafür sorgen, dass sämtliche Dämonen auch gefälligst zur Hölle fahren. Walker bekommt den erfahrenen Partner Roy Pulsipher (Jeff Bridges) zur Seite gestellt, der ihm das (Ab-)Leben ein wenig zur Hölle macht. Zusammen machen sie auf der Erde Jagd auf Untote und decken naturgemäß eine unglaubliche Verschwörung auf. 

©Universal Pictures
Nun, ein wenig bekannt kommt das Schema dem Zuschauer doch vor. Man nehme eine Geheimorganisation, von der niemand etwas weiß. Dann würze man diese mit zwei ungleichen Partnern und lasse sie im Laufe des Films zueinander finden. Selbstverständlich gibt es noch zahlreiche Gadgets und Waffen, die ein gehörig futuristisches Aussehen besitzen. Fehlen noch die schwarzen Anzüge, das „Blitzdings“, sowie Aliens und was erwartet uns? Genau, ein neues Abenteuer im Universum der „Men in Black“. So einfach macht es sich „R.I.P.D.“ natürlich nicht und tauscht Aliens gegen sogenannte Deados aus. Das ist dann aber auch der einzige nennenswerte Unterschied zu „Men in Black“, denn Schwentkes Film wirkt oftmals wie ein bloßes Rip Off.
Das wäre gar nicht mal schlimm, wenn wenigstens Spannung, gelungene Gags oder Bindung zu den Charakteren vorhanden wären. Aber nein, Fehlanzeige. „R.I.P.D.“ ist der filmgewordene Blockbusterdurchschnitt, der nur dank einiger optischer Spielereien phasenweise Aufsehen erregt. Trotzdem ist nicht ersichtlich, wohin das immense Budget geflossen ist. Die Tricks sind nämlich nicht sonderlich erwähnenswert und wirken stets künstlich. Vor allem die „Deados“ hat es schlimm erwischt. Hier wäre echtes Make Up vielleicht von Vorteil gewesen. 

Reynolds ist dabei blass wie immer und kann kaum Akzente setzen. Dafür sorgen Jeff Bridges als nuschelnder Cowboy und vor allem Mary Louise Parker(„Weeds“) als Chefin der Polizei für amüsante Momente. Das macht aber leider noch keinen guten Film und schon lange keine erfolgreiche Filmreihe. Mit ein wenig mehr Pfiff wäre hier garantiert mehr drinnen gewesen. So lässt sich „R.I.P.D.“ unglücklicherweise nur als berechtigter Flop verbuchen und wird es Ryan Reynolds noch schwerer machen weiterhin prestigeträchtige Hauptrollen zu ergattern. 


©Universal Pictures
BEWERTUNG: 4,5/10
Titel: R.I.P.D.
FSK: ab 12 freigegeben
Laufzeit: 96 Minuten
Regie: Robert Schwentke
Darsteller: Ryan Reynolds, Jeff Bridges, Mary-Louise Parker, Kevin Bacon, Stephanie Szostak, James Hong, Marissa Miller, Robert Knepper





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