Dienstag, 3. Dezember 2013

Erwachsen werden will gelernt sein - Ganz weit hinten! // Sneak-Ausgabe #11


Ab 5.12 im Kino!©20th Century Fox
Ein Teenager sitzt auf der Rückbank in einem Familienauto. Er blickt stumm aus dem Fenster, während sein Stiefvater die Familie zu einem Ausflug fährt. Wie er sich denn einschätzen würde, fragt der Vater ihn. Auf einer Skala von eins bis zehn.
Der Junge ist sich nicht ganz sicher und antwortet vage:“6.“
Darauf erwidert der Vater lediglich:“ Ich finde, du bist ne 3!“ 

Mit diesem Dialog beginnt „Ganz weit hinten“, die neue Indiekomödie aus den USA. Das Autorengespann Jim Rash und Nat Faxon sitzt nun erstmals auf dem Regiestuhl, nachdem sie letztes Jahr für ihr Drehbuch zu „The Descendants“ einen Oscar gewannen. 

„Ganz weit hinten“ zeichnet den Urlaub einer ungleichen Familie aus der Sicht des 14-jährigen Duncan nach. Dieser ist ein introvertierter und in den Augen seines Stiefvaters sehr seltsamer Junge. Während des Sommerurlaubs lernt er allerdings den coolen Owen kennen, der den dort ansässigen Wasserpark leitet. Er hilft Duncan aus sich heraus zu kommen, Freunde zu finden und endlich für sich selbst zu sprechen. 

Sneakausgabe #11
Sogenannte Coming-of-Age-Filme gibt es heutzutage wie Sand am Meer. Erst letztes Jahr schwappte „Vielleicht lieber morgen“ in eine Menge Bestenlisten hochangesehener Kritiker. Auch dort findet ein stiller Jugendlicher Freunde, erste Liebe und macht einen großen Schritt hin zum Erwachsenwerden.
Viel Neues kann „Ganz weit hinten“ dem Genre sodann auch nicht mehr anfügen. Allerdings finden sämtliche Nebencharaktere, vor allem die Familie Duncans, viel Raum zur Entfaltung. Die Konflikte zwischen den Eltern, die genervte Schwester genauso, wie die erwachsenen Freunde seines Stiefvaters. „Ganz weit hinten“ geht somit auch sehr genau auf die familiäre Situation ein, in der Duncan steckt. Das schwierige Verhältnis zu seinem Stiefvater und die innige Verbundenheit mit seiner Mutter ebenso. Begleitet wird das Geschehen noch von einem ausgewogenen Soundtrack, der die Szenerie stets passend untermalt. 

Das Drehbuch selbst glänzt zwar nicht mit einer originellen Storyline, kann aber dank frischer Charaktere sowie deren Sprüche durchaus punkten. 

Gehörig an Fahrt gewinnt der Film vor allem durch Sam Rockwells Performance des Owen. Sobald er auftritt, sind die Lacher so gut wie sicher. Den lebensfrohen, ewig jung gebliebenen Wasserpark-Besitzer spielt er mit erfrischender Leichtigkeit und gehöriger Coolness. Wieder mal stellt er unter Beweis, wie wandelbar er doch ist. Steve Carell, seines Zeichen eigentlich abonniert für Komödien, überzeugt in einer für ihn ungewöhnlich ernsten Rolle. Man darf auf seine Performance im kommenden „Foxcatcher“ sehr, sehr gespannt sein. Er entwickelt sich immer weiter. Den Beiden gleichgestellt ist Liam James alias Duncan, der die Unbeholfenheit und Verschlossenheit seiner Person 1a wiedergibt und der Zuschauer vor lauter Mitleid des Öfteren wegsehen muss. Hier sind Parallelen zu „Vielleicht lieber morgen“ definitiv nicht von der Hand zu weisen.

Dennoch unterhält „Ganz weit hinten“ über seine Laufzeit hinweg prächtig. Mögen sämtliche Konflikte vorhersehbar sein und der gesamte Verlauf nicht sonderlich überraschen, so hat er doch das Herz am rechten Fleck. 

„Ganz weit hinten“ ist ein Film für verregnete Herbsttage, der einlädt sich auf der Couch zu verkriechen und einfach gut zu fühlen. Ein wahres „Feel good movie“ also. 

©20th Century Fox
BEWERTUNG: 7,5/10
Titel: Ganz weit hinten
Produktionsland: USA
FSK: ab 6 freigegeben
Regisseur: Jim Rash, Nat Faxon
Autoren: Jim Rash, Nat Faxon
Darsteller: Liam James, Sam Rockwell, Steve Carell, Toni Collette, Allison Janney, Amanda Peet






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