Mittwoch, 13. November 2013

Shortreview: Tekkonkinkreet - Wahnsinn in gezeichneter Form!



©Sony Pictures
Zu Beginn noch so rasant wie ein „City of God“ auf Speed, entwickelt sich der Anime-Überflieger „Tekkonkinkreet“ zum absoluten Fest für Freunde der japanischen Trickfilmkunst.

Angesiedelt in einem Slum im Tokio der (nahen) Zukunft verfolgen wir die zwei jungen Straßenkinder Schwarz und Weiß in ihrem alltäglichen Kampf ums Überleben. Das erinnert anfangs noch stark an oben genannten Film. Schnelle Schnitte, eine unheimlich dynamische Kamera, farbenprächtige Panoramen – sogar musikalisch sind gewisse Ähnlichkeiten zu erkennen.

Zwar braucht „Tekkonkinkreet“ aus dem renommierten Studio 4° trotz nie aufkommender Langeweile etwas, um in Fahrt zu kommen. Sobald sich jedoch die Story verdichtet und an Dramatik gewinnt, öffnet sich die Tür zu einem (nicht nur) visuellen Augenschmaus.

„Tekkonkinreet“ kann ab einem bestimmten Punkt nicht mehr bloß gesehen werden. Er muss gefühlt werden, das Herz muss sich dem Film öffnen. Auf dramaturgische Regeln, Sehgewohnheiten, eben all das, was „normale“ Filme nun mal ausmacht, gibt der Film einen feuchten Kehricht.

Das Finale schäumt geradezu über vor gewaltigen Bilderwelten, lässt uns in Sekundenschnelle einen Eindruck nach dem Anderen verarbeiten und nicht zur Ruhe kommen.

Hier ficht der Protagonist einen Kampf mit seinem Innersten. Unschuld gegen Sünde, kindliche Träumereien gegen traurige Realität. Dabei brennt sich „Tekkonkinkreet“ so unglaublich schön als auch brutal in das Gehirn des Zuschauers ein, dass Realität und Fiktion ineinander greifen, das Universum zum Spielball verkommt und letzten Endes die Liebe das Einzige ist, das übrig bleibt. 

©Sony Pictures
BEWERTUNG: 09/10
Titel: Tekkonkinkreet
Genre: Anime, Action, Drama
Regisseur: Michael Arias








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