Freitag, 8. November 2013

Hör mal wer da hämmert - Thor 2: The Dark Kingdom!




©Disney
Was Marvel bzw. Disney momentan auf die Beine stellen, ist nichts weiter als extrem ambitioniert und erinnert phasenweise schon an Größenwahn. Immer mehr Filme und Serien werden angekündigt und umgesetzt. Mitten in Phase 2 des Marvel Cinematic Universe versucht nun „Thor 2 – The Dark Kingdom“ Fuß zu fassen. 

Schon Teil 1 wusste sich angenehm vom üblichen Superhelden-Einerlei abzusetzen. Regisseur Kenneth Branagh schaffte es doch tatsächlich ein wenig seines durch mehrere Theaterverfilmungen entwickelten Stils mit einzubringen. So überzeugte vor allem der Bruderzwist zwischen Loki und Thor und installierte gleichermaßen einen Kult um Tom Hiddleston alias Loki. Dementsprechend groß aufgelegt präsentierten sich die Szenen rund um Asgard. Kostüme und Sets wirkten, als seien sie eines Theaterstückes entsprungen. Imposant, kitschig und pathetisch. Diese übertriebenen Elemente fügten sich jedoch nahtlos ein. 

Vermag die Fortsetzung die gelungenen Elemente des Vorgängers zu übernehmen und gegebenenfalls noch eine Schippe drauf zu setzen? 

Mit Alan Taylor als kreativen Kopf, scheint den Produzenten ein geeigneter Kandidat eingefallen zu sein. Zuvor im TV-Bereich zu Hause, stellt „Thor 2 – The Dark Kingdom“ seinen ersten Blockbuster dar. Optisch orientiert sich die Comicverfilmung deutlich an „Game of Thrones“. 

Die Bildsprache ist wesentlich düsterer, die Kostüme und Sets weniger prachtvoll. Alles wirkt ein wenig forcierter. Asgard selbst erstrahlt zwar immer noch in goldenem Glanz, die Rüstungen der Soldaten entsprechen jedoch mehr der Funktionalität der Recken aus „Game of Thrones“. Ein wenig schade ist es schon, dass sich der Film ein wenig vom Erstling abgrenzt. Auf der anderen Seite ist es offensichtlich, dass Taylor seinem Stil voll und ganz treu bleibt. Auch ohne das herrlich übertriebene Produktionsdesign bietet die Fortsetzung Szenen von immenser Schönheit, die dem Zuschauer für kurze Zeit den Atem nehmen. Wie schon im Vorgänger, stellen sämtliche Sequenzen in und um Asgard die größte Stärke des Films dar. Das Publikum bekommt nun auch einen Einblick in andere Welten und nicht nur die der Eiskrieger. Hier haben sich die Macher nicht lumpen lassen. Die Sets sehen großartig aus, die Masken wirken echt und fantasievoll(so wird es gemacht, Mr. Jackson!). 

Was führt Loki wieder im Schilde? ©Disney
Das Gespann um Chris Hemsworth ist charismatisch wie eh und je. Anthony Hopkins in der Rolle des Allvaters wird tatsächlich auch mal gefordert und bekommt deutlich mehr Screentime. Auch Rene Russo als Thors Mutter hat einen ziemlich starken Auftritt. Bei all den Sympathien ist es wirklich schade, dass Thors Freunden so wenig Screentime zugesprochen wird. Ray Stevenson, Jamie Alexander, Zachary Levy, Idris Elba(!!)– sie alle bleiben sehr eindimensional und sorgen lediglich für ein paar Witzchen. Besser hat es da schon Kat Dennings, die zwar auch bloße Comic Relief-Figur ist, aber dafür ihre Szenen mit Leichtigkeit zu etwas Besonderem machen kann. 

Womit „Thor 2 – The Dark Kingdom“ und Marvel im Allgemeinen jedoch große Probleme hat, sind starke Frauenfiguren. Natalie Portman ist mal wieder nur bloßes Beiwerk, die zwar auch ein wenig durch die Sets rennen darf, am Schluss aber doch von ihrem Prinzen mit dem schwingenden Hammer gerettet werden muss. Kein Wunder, dass eine talentierte Frau wie sie keine Lust auf solche Rollen hat und aussteigen wollte. 

Besonders hart trifft es Christopher Eccleston. Da hat man schon einen Schauspieler seines Formates, dem sogar die Ehre zuteil wurde den Doctor in der Kultserie „Doctor Who“ zu verkörpern und macht nichts daraus. Der Antagonist Malekith sieht zwar interessant aus und besitzt eine interessante Hintergrundstory, doch wirklich bedrohlich wirkt er nie. Viel zu wenig Screentime um tatsächlich zu glauben, er könnte Thor etwas anhaben. 

Hier schlägt sich Lokis Präsenz sträflich nieder. Mit ihm kann einfach kein Bösewicht konkurrieren. Mit Witz, Schläue und Gerissenheit weiß er sich zur Wehr zu setzen. Der Zuschauer ist ganz auf seiner Seite und erfreut sich seiner Spielchen. Das größte Plus des Films ist wieder einmal das Hin und Her zwischen Thor und Loki. Keine Frage.

Zwar ist „Thor 2 – The Dark Kingdom“ erstaunlich düster, dennoch kann er auch mit viel Witz punkten. Taylor findet stets das richtige Timing um sein Publikum zum Lachen zu animieren. Die Gags sind durch die Bank weg hervorragend und teilweise auch ziemlich originell. Hier frönt der Film ganz seinem Ursprung und liefert eine willkommene Abwechslung zur nolanschen Ernsthaftigkeit. 

„Thor 2 – The Dark Kingdom“ macht die Enttäuschung seitens „Iron Man 3“ wieder wett und lässt den Zuschauer hoffend in Richtung „Captain America – The Winter Soldier“ blicken. 

©Disney
BEWERTUNG: 08/10
Titel: Thor 2 - The Dark Kingdom
Produktionsland: USA
Laufzeit: 112 Minuten
Genre: Superhelden, Action, Fantasy
FSK: ab 12 freigegeben
Regisseur: Alan Taylor
Darsteller: Chris Hemsworth, Tom Hiddleston, Anthony Hopkins, Natalie Portman, Kat Dennings, Jaimie Alexander, Christopher Eccleston, Idris Elba, Zachary Levy, Ray Stevenson, Rene Russo








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