Donnerstag, 14. November 2013

Cage lässt Feuer aus seinem Penis auf seine Feinde regnen - Ghost Rider: Spirit of Vengeance!

©Universum Film

„Ghost Rider“ genießt keinen guten Ruf in Fankreisen, weshalb klar war, dass des Teufels Schöpfung für ein weiteres Kinoabenteuer neues Feuer dringend benötigte. 

Mit der Verpflichtung der ADHS – Regisseure Neveldine/Taylor ist dies auf jeden Fall gelungen.
„Ghost Rider: Spirit of Vengeance“ ist zu jederzeit dermaßen over the top und rauschartig inszeniert , dass geneigter Zuschauer entweder nur weinen oder lachen kann. Die goldene Mitte ist quasi nicht vorhanden. 

Neveldine/Taylor bündeln sämtliche Vor – und Nachteile ihrer beiden „Crank“-Filme und verdichten diese in einem Film. Die Action ist fulminant, wirkt wie auf Speed und ist dermaßen abgefahren, dass der Zuschauer nicht mehr weiß, wie er eigentlich dazu stehen soll.

Es gibt keinen anderen Marvel-Superhelden, mit Ausnahme vielleicht Lobo, dem dieses Regisseur-Duo besser stehen würde. 

War Teil 1 noch ziemlich konventioneller Superheldenfilm, ist die Fortsetzung wilder, umtriebiger Trash. Der Look des Films ist trotz brauchbarer Effekte konsequent im B-Movie- Bereich anzusiedeln. Durch den unverkennbaren osteuropäischen Drehort, die vielen veralteten Autos und Motorräder und das Reduzieren des „Blicks“ wird deutlich, dass mit viel weniger Budget gedreht wurde.

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Dennoch sorgen Neveldine/Taylor für treibende Action, die in ihrer over-the-top-Attitüde Seinesgleichen sucht und den Zuschauer mit einem Lachen vor dem Bildschirm sitzen lässt.
Nicolas Cage passt sich dem Drogenkonsum seiner Regisseure an und darf mal wieder mit seinem Mad Acting glänzen. In bester „Wicker Man“- Tradition darf das Gesicht verzogen, geschrien und herumgehampelt werden. Schließlich kämpft man ja gegen den Teufel und nicht nur gegen Bienen! Sein Schauspiel erreicht hierbei ein neues Level und trägt sehr wohl zum Spaßfaktor dieses unsinnigen Filmchens bei. 

Wie bei dem Gespann hinter der Kamera bekannt, ist Story absolute Nebensache. Der Film hat deshalb im Mittelteil, sobald das Geschehen etwas von seinen hohen Drehzahlen herunterkommt, auch einen kleinen Durchhänger. Plötzlich müssen nämlich Dialoge gesprochen werden und keine Feuer pinkelnden Ghost Rider in Szene gesetzt werden. Fuck! 

Ein in die Jahre gekommener und mit Tattoos der Marke Buchstabensuppe ausgestatteter Christohper Lambert darf auch für zwei Minuten durchs Bild wackeln. Warum? Egal, ist doch witzig.
Gott sei Dank hat sich das auch bald erledigt und Ciaran Hinds darf einen vorzüglichen und unglaubwürdig schwachen Teufel mimen. Unterhaltungsfaktor steigt um satte 70 Prozent und kulminiert in einem denkwürdigen Finale, das Idris Elba als französischen Mönch um sich ballern lässt. Yeah! 

Das ist alles natürlich Schwachsinn hoch zehn und unheimlich idiotisch. Allerdings ist es ziemlich unterhaltsamer Nonsens, denn wenn man mal ehrlich ist, ist der Ghost Rider auch in der Vorlage ein bisschen psychotischer, zynischer und wilder als im Erstling. Diese Adjektive treffen auf „Ghost Rider: Spirit of Vengeance“ ohne wenn und aber zu. Nie hat ein von der Leine gelassener Cage mehr Sinn gemacht. 

Ein Guilty Pleasure im besten Sinne und es muss nicht einmal peinlich sein. Fuck Yeah!

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BEWERTUNG: 6,5/10
Titel: Ghost Rider - Spirit of Vengeance
Genre: Comicverfilmung, Action
Regisseur: Neveldine/Taylor
Darsteller: Nicolas Cage, Idris Elba, Ciaran Hinds, Christopher Lambert









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