Samstag, 5. Oktober 2013

Zwischen Zeitreisen und dem Leben - Alles eine Frage der Zeit!



AB 17. OKTOBER IM KINO! © Universal
Manchmal sind es doch die kleinen, die unscheinbaren Filme, die das Herz im Sturm erobern. Filme, die vorher niemand ernsthaft auf dem Schirm gehabt hat und schlussendlich durch ihre Offenherzigkeit und Ehrlichkeit bestechen. 

Eines vorweg: „Alles eine Frage der Zeit“ (im Original „About Time“) ist ein solcher. 

Dort folgen wir dem jungen und durchschnittlichen Typen Tim durch sein Leben. Erste Liebe, Beruf, Ankommen im Alltag, Freunde finden und natürlich das Treffen der absoluten Traumfrau. So gesehen ein vollkommen normales Leben, dargestellt in einem herkömmlichen Film. Wäre da nicht eine Sache. Tim besitzt die Fähigkeit in der Zeit zurück zu reisen. Ja, richtig gelesen. Eingeweiht von seinem Vater benutzt er dieses Talent nun selbstverständlich fortwährend um Peinlichkeiten zu umschiffen und sich einen Vorteil zu verschaffen. 

Jetzt werden natürlich Einige die Stirn runzeln und sich denken, dass „About Time“ in Richtung „Die Frau des Zeitreisenden“ geht, immerhin ist Hauptdarstellerin Rachel McAdams auch hier mit von der Partie. Doch weit gefehlt. Zu jeder Zeit schafft es der Film bzw. Regisseur Richard Curtis ("Radio Rock Revolution") mögliche Fettnäpfchen geschickt aus dem Weg zu gehen. Niemals drückt er – obwohl genügend Möglichkeiten gegeben sind – auf die Tränendrüsen oder legt den Darstellern klischeehafte Dialoge in den Mund. 


Zurück in die Vergangenheit: Domnhan Gleeson und Bill Nighy © Universal
Witzigerweise besitzt „About Time“ keinen roten Faden. Ähnlich sprunghaft wie die Fähigkeit Tims, springt er von einem bedeutenden Ereignis in seinem Leben zum Nächsten. Wer jetzt vermuten möge, dies würde den Zugang zu dem Zeitreise-Film erschweren, irrt erneut. Der Zuschauer baut eine tiefe Bindung zu Tim, seiner Familie und seiner Angebeteten auf. Sämtliche Charaktere haben ihre Eigenartigkeiten und Macken. Überall entdeckt der Rezipient originale Typen, jeder ist auf seine Art ein wenig schrullig. Gewürzt wird das fantastische Ensemble mit einer Brise schwarzem Humor, die dem Film nur gut tut. Es darf herzhaft gelacht werden, was oftmals auf die Kappe des großartigen Bill Nighy in der Rolle des Vaters geht. Herrlich britisch, ein wenig exaltiert und ständig mit losem Mundwerk ausgestattet, sorgt er für gute Laune im Kinosaal. Auch der eher unbekannte Domnhall Gleeson alias Tim weiß zu überzeugen. Durch die Jahrzehnte führt er den Zuschauer mit charmanter, leicht unsicherer Art und Weise. Man leidet mit ihm, sobald er versucht sich seiner Traumfrau zu nähern, man freut sich mit ihm, wenn es ihm gelingt. Natürlich darf die prominenteste Frau im Cast nicht vergessen werden. Rachel McAdams ist zauberhaft. Mit mädchenhaftem Charme erobert sie das Herz des Zuschauers mühelos. Nur anfangs will sie sich nicht in das Bild einer 20-jährigen jungen Frau fügen, was sich aber im Verlauf des Films glücklicherweise ändert. Schließlich umfasst die Erzählung gute 20 Jahre. Auch die Nebendarsteller sind allesamt vortrefflich gewählt. Sei es Lydia Wilson als irre Schwester, Tom Hollander als manischer Autor oder Margot Robbie in der Rolle des sexy Luders. Sie alle haben ihren Platz in „About Time“. 

Es ist überraschend, mit welcher Leichtigkeit es der Film schafft, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Die zwei Stunden Laufzeit vergehen wie im Flug, nehmen gefangen und lassen einen erst mit Einsetzen des Abspanns wieder los. Der Zuschauer verlässt den Kinosaal mit einem Lächeln auf den Lippen. So viel sei garantiert. 


©Universal
BEWERTUNG: 7,5/10
Titel: Alles eine Frage der Zeit
Genre: Komödie
Regisseur: Richard Curtis
Darsteller: Rachel McAdams, Domnhall Gleeson, Bill Nighy









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