Mittwoch, 30. Oktober 2013

Zwischen Sex und Gewalt - Vampire im Süden Amerikas zum Quadrat!/ True Blood Season 2


©HBO


Die Serie „True Blood“ startete mit ihrer ersten Staffel überaus erfolgreich. Natürlich ritt sie mit auf der Welle an Vampir-Stoff in gedruckter oder gefilmter Form. Hauptaugenmerk lag beinahe vollständig auf der Beziehung zwischen Sookie Stackhouse und dem Vampir Bill. Leider übertrieben es die Drehbuchautoren gewaltig, waren die Dialoge doch teilweise kaum zu ertragen. Auch stilistisch wurde viel ausprobiert und im Laufe der ersten 13 Episoden wieder verworfen oder übernommen. Richtig an Fahrt gewann die Serie erst in den letzten Folgen. Vorher konnte sie nur mit Sex, Blut und Gewalt punkten. 

Hat sich daran nun etwas geändert? 

Ein unumstößliches „Ja!“ ist darauf die Antwort.
Der Zuschauer erfährt nun um ein Vielfaches mehr an Hintergründen die Welt der Vampire betreffend. Die Hierarchie unter Vampiren wird ebenso erklärt, wie ihre Stellung zueinander. Neue Personen werden eingeführt, die im späteren Verlauf allesamt an Wichtigkeit zunehmen. Als neuer Hauptdarsteller tut sich dabei Eric Northman (Alex Skarsgard) hervor, der nach wie vor für sämtliche coolen Szenen verantwortlich ist und seiner Figur während zahlreicher Gelegenheiten trotzdem Tiefe einflößen kann. Die Handlung allerdings verzweigt sich mit fortschreitender Laufzeit immer mehr.
Gegen Ende gibt es bis zu vier Hauptspielorte, allesamt relativ weit voneinander entfernt. Während Sookie Eric einen Gefallen erwidert und seinen Macher sucht, gerät ihr Bruder in die Fänge einer gefährlichen Sekte namens „Gesellschaft der Sonne“. Diese erklärt Vampire – wie könnte es auch anders sein – zu Antichristen und verfolgt ihre völlige Vernichtung. In Bon Temps hingegen muss Sam die Bürger der Stadt vor der undurchsichtigen Maryann beschützen, mit der etwas nicht zu stimmen scheint. Nicht zu vergessen Baby-Vampir Jessica, die mit ihrem Dasein klar kommen muss und sich trotz der Umstände sogar verliebt.

Es ist also ziemlich viel los im verschlafenen Städtchen Bon Temps. 

Während Staffel 1 noch eine lange Anfangsphase benötigte um aufzudrehen, ist hier ab Sekunde 1 der Motor gestartet. Für manchen Zuschauer mag die Richtung , in die sich „True Blood“ entwickelt zu abgefahren sein. Alle anderen werden jedoch ihren Spaß daran haben. 


Freund oder Feind - das ist hier die Frage! ©HBO
Staffel 2 taucht tiefer ein in das Wesen des Menschen, als auch der Vampire. Die Unterschiede beider Spezies auf emotionaler Ebene werden offensichtlicher denn je und verdeutlichen das Dilemma in der die Beziehung zwischen Sookie und Bill steckt. Mit Maryann erhält das Monster im Menschen ein Gesicht, immerhin offenbart sie die Triebe, die in jedem von uns tief unten begraben sind und langsam aber sicher hervorbrechen. Generell ist eine leichte Rollenverschiebung innerhalb der Staffel kaum zu leugnen. 

Die Vampire sind nun jene, die rational denken und versuchen Situationen ohne Gewalt(zumindest die meisten) zu lösen. Menschen werden entweder als religiöse Fanatiker dargestellt, oder als vollkommen irrationale und von ihren Gefühlen geleitete Irre(Maryann). Eine wohl überlegte Kontrastmontage, die dem Thema Vampir/Mensch tatsächlich neue Facetten abgewinnen kann.
Hinzu kommt, dass mehrere Schwächen aus Staffel 1 entweder verbessert oder komplett unter den Tisch gekehrt wurden. Taras ständige Anfälle in Bezug auf ihre Hautfarbe sind vollständig aus dem Drehbuch gestrichen. Der Nervfaktor ist somit um ein Vielfaches geringer, auch wenn sie immer noch für Kopfschütteln sorgt. Die Dialoge zwischen Bill und Sookie sind nicht mehr ganz so fürchterlich, was aber auch einfach daran liegen könnte, dass ihrer Beziehung dieses mal nicht so viel Bedeutung beigemessen wird. 

Generell wirkt die Fortsetzung einfach in sich stimmiger. Die einzelnen Story-Arcs sind durch die Bank weg spannend, die neuen Figuren bergen weiteres Potenzial für Staffel 3 und der Ausbau der Charaktere Eric und Sam tut der Serie nur gut. 

Erfreulich zu wissen, dass es in diesem Sinne weiter geht. Staffel 3 setzt sogar noch mal einen drauf. 


©HBO
BEWERTUNG: 07/10
Titel: True Blood Season 2
Produktionsland: USA
FSK: ab 16 freigegeben
Darsteller: Anna Paquin, Sam Trammell, Stephen Moyer, Alexander Skarsgard, Ryan Kwanten








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