Samstag, 12. Oktober 2013

"Halo - Forward Unto Dawn" - wie alles begann...


©343 Industries, Microsoft


Mit dem Halo Universe hat Microsoft einen wahren Coup gelandet. Bisher 8 Spiele sind erschienen, die sich rund um die Vorkommnisse des Super-Soldaten Master Chiefs im Krieg mit verschiedenen Alien-Rassen beschäftigen. Die Halo-Spiele sind dabei das Aushängeschild der Xbox und sorgen seit jeher für hohe Verkaufszahlen. Anlässlich des aktuellsten Ablegers „Halo 4“ wurde das Projekt einer fünfteiligen Webserie ins Leben gerufen, dass nun auch in filmischer Form die Fans begeistern soll. 

Angesiedelt ist „Halo – Forward Unto Dawn“ noch vor den Geschehnissen in „Halo 4“ und sogar „Halo 1“. Der Film zeigt den Werdegang des Soldaten Thomas Lasky. Der Zuschauer begleitet ihn auf seinem harten Weg durch die Akademie im Jahre 2525, in der Jugendliche zu angehenden Soldaten herangezüchtet werden. Lasky zeigt dabei durchaus Schläue, hat aber seine Probleme mit der betriebenen Gehirnwäsche und dem propagierten Feindbild. Der Master Chief selbst, der in den Spielen stets die Rolle des Protagonisten einnahm, ist hier bloß eine Nebenfigur. Nichtsdestotrotz ist die Einführung in diese Welt überaus faszinierend. Die Art der Ausbildung – im Übrigen sehr an römischen Gepflogenheiten orientiert -, das Zusammenleben der Kadetten und der Kriegsbeginn werden formidabel eingefangen. 

Generell ist der betriebene Aufwand bemerkenswert. Mit so wenig CGI und Green Screen wie möglich zeigt diese Produktion, wie ein Halo-Kinofilm aussehen könnte. Die größtenteils unbekannten Darsteller fügen sich gekonnt in das positive Gesamtbild ein. Sei es Newcomer Tom Green in der Hauptrolle, Anna Popplewell („Chroniken von Narnia“) als wackere Freundin oder Ayelet Zurer („Illuminati“) als beinharte Kommandeurin. Regisseur Stewart Hendler, vorrangig für Effekte in Blockbustern a la „Tron Legacy“ oder „Snow White and the Huntsman“ zuständig, gelingt es, die Atmosphäre der Videospiele auf die große bzw. kleine Leinwand zu übertragen. Fans dürften sich inmitten der angehenden Soldaten sofort heimisch fühlen. Ob Warthogs, sämtliche Waffen und Rüstungen oder das Aussehen des Master Chiefs – alles sitzt am rechten Fleck. Die Macher haben sich offensichtlich Mühe gegeben niemanden zu enttäuschen. 

©343 Industries, Microsoft
Doch Hand aufs Herz. Neben den Sets, Kostümen und Darstellern ist es vor allem Eines, das Fans wirklich interessieren dürfte: Die Action. 

Die ist glücklicherweise überaus gelungen. Manch einem wird sicherlich die Wackelkamera einen Strich durch die Rechnung machen, obwohl sie nicht exzessiv genutzt wird. Nur selten droht der Zuschauer die Übersicht zu verlieren und wenn es dann doch mal passiert, ist es pure Absicht. Sobald der Krieg ausbricht und für die Kadetten aus Ausbildung plötzlich purer Ernst wird, sind die Actionszenen allerdings wunderbar kompromisslos in Szene gesetzt. Es wird gestorben und das nicht zu knapp. Besonders aufsehenerregend ist eine große Actionszene, die in nahezu vollständiger Dunkelheit von statten geht, was sicherlich auf das Budget zurückzuführen ist. Dennoch reißt sie mit und verdeutlicht nur noch das Gefühl des Chaos und der Hilflosigkeit in dem sich Lasky und seine Freunde befinden. Auch das Design der Aliens passt hervorragend in das sympathische Action-Flick. Überlebensgroß, fast schon cartoonesk, scheinen sie direkt dem Videospiel entsprungen zu sein. Hier offenbart „Halo – Forward Unto Dawn“ durchaus seinen Hang zum (guten!) B Movie. Mit Auftreten des Master Chief dürfte schlussendlich jeder Fan zufrieden gestellt sein. Allerdings ist Regisseur Hendler etwas zu sehr in Slow Motion-Szenen verliebt und treibt das Kriegsgeschehen damit auf die Spitze. Mag es anfangs noch der Stimmung dienlich sein, nutzt sich dieser Effekt bald ab. 

„Halo – Forward Unto Dawn“ bietet zwar wenig Neues oder gar Innovatives, weiß aber das Flair der Spiele durchaus zu treffen und über 90 Minuten hinweg Spaß zu machen. Ohne großes Studio im Hintergrund, eigentlich als PR für „Halo 4“ gedacht, kann der Film jedoch ohne Probleme für sich alleine stehen. Ein Spielfilm im Halo Universe ist also doch möglich. Wer hätte das gedacht?


©343 Industries,Microsoft
BEWERTUNG: 07/10
Titel: Halo 4 - Forward Unto Dawn
Produktionsland: USA
FSK: ab 16 freigegeben
Regisseur: Stewart Hendler
Darsteller: Tom Green, Ayelet Zurer, Anna Popplewell, Daniel Cudmore







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