Mittwoch, 25. September 2013

Vin Diesel als Übermensch in trashigem B-Movie-Charme - Riddick!


©Universum Film



 Ein Mann, ein unwirtlicher Planet. Mehr braucht es nicht, um den Charakter des „Riddick“ vorzustellen. 

Dieser kämpft sich schweigsam durch sengende Hitze, verteidigt sich gegen immer fiesere Monstren, während sein schlimmster Feind der von Regisseur David Twohy benutzte und fast schon penetrante Farbfilter in Sepia und knallgelb darstellt. 

Der nunmehr dritte Ausflug in das Universum des Riddick mutet wie eine Mischung aus Teil 1 und 2 an. Zu Beginn finden wir uns noch inmitten der Necromonger wieder. Karl Urban darf einige Worte in die Kamera sagen und so den Bezug zu „Die Chroniken des Riddick“ herstellen. Danach wird die Uhr wortwörtlich aus dem Off auf null gestellt. 

Wieder einmal stellt Riddick die Ein-Mann-Armee dar und wieder einmal gibt es eine Truppe, die ihm nach dem Leben trachtet und mit denen er sich schlussendlich verbünden muss.
So weit, so bekannt. 

Storytechnisch manövriert sich „Riddick“ von einer Unwahrscheinlichkeit zur Nächsten, ohne dies auch nur im Geringsten verschleiern zu wollen. Twohy zitiert sich locker flockig durch sämtliche Vorgänger und baut zudem noch Versatzstücke aus Vorbildern, wie zum Beispiel „Das Ding aus einer anderen Welt“ und „Alien“ ein. An „Riddick“ wirkt nichts grundsätzlich neu.
Allerdings bietet der Sci Fi-Streifen einigen Unterhaltungswert. 

Die Söldner-Truppe scheint direkt aus dem Lehrbuch für Söldner im Film zu stammen. Sämtliche Charaktere sind eindimensional, erfüllen ihren Zweck. Mehr als prägnante Oneliner kann der Zuschauer hier nicht erwarten. Die Einzige, die ihrer Figur tatsächlich ein wenig Interesse (Tiefe wäre zu viel gesagt) verleihen kann, ist Katee Sackhoff. In der Rolle der Elite-Söldnerin Dahl persifliert sie schon fast ihr Engagement als Starbuck in „Battlestar Galactica“. Vor allem in Zusammenspiel mit Vin Diesel gibt es einige witzige und (unfreiwillig?) komische Momente zu genießen. Der Anführer der Gruppe, Johns, wird sogar mit einer Hintergrundstory bedacht, die ein wenig bemüht einen Link zu „Pitch Black“ herstellen soll. 

Katee Sackhoff darf wieder die toughe Frau geben! ©Universum Film

Wie jedoch schon gesagt, macht „Riddick“ trotzdem Spaß.
Die Sprüche, vor allem von Riddick selbst, sind dermaßen grenzdebil, dass nur darüber gelacht werden kann. Es scheint fast so, als ob Vin Diesel sein Image als Raubein ein wenig auf den Arm nehmen wolle. Solange der Film seine Charaktere auf engsten Raum einpfercht, ist der Spaßlevel ungebrochen hoch. Da werden leere Plattitüden ausgetauscht, sich dämlich verhalten und über allem schwebt Diesels tiefes Lachen, was der Szenerie noch zusätzlichen Unterhaltungswert verschafft. Es ist fast schon schade, dass zum letzten Drittel hin das Prinzip der 10 kleinen Negerlein aufgrund einer größeren (und langweiligeren) Bedrohung aufgegeben wird. 

Wie sich Riddick durch feindliche Söldner mordet, hat schon einen gewissen Reiz. Die Action ist nämlich überraschend blutig und dem Charakter des Riddick angemessen. Hier macht sich das R Rating bemerkbar. Positiv zu vermerken ist, dass sich der Film dabei nie sonderlich ernst nimmt. Hier entfaltet Twohy einen leicht trashigen Charme, der Erinnerungen an B-Movies aus den 80ern wach werden lässt. 

Da reiht sich die Qualität der Effekte nahtlos ein. Mal sind die fremden Kreaturen durchweg flüssig animiert, nur um im nächsten Moment wieder allzu offensichtlich dem Rechner zu entstammen. Ganz schlimm wird es, wenn Personen in ein Greenscreen-Set eingesetzt werden. Hier kann „Riddick“ seine Künstlichkeit nicht verstecken. Seltsamerweise tut dies dem Spaß keinen Abbruch. Viel mehr passt die schwankende Qualität der Tricks zum restlichen Stil des Films und unterstreicht bloß seinen Hang zum Trash bzw. B-Movie. Vergleichbar ist das zum Beispiel mit Guy Pearces' Actionvehikel „Lockdown“, bei dem ein ähnlicher Effekt einsetzte. 

Nichtsdestotrotz knickt „Riddick“ im letzten Drittel etwas ein. Das Geschehen weiß nicht mehr auf gleiche Art zu unterhalten, wie die vorangegangen Minuten. Der Showdown wirkt ein wenig lieblos dahin geklatscht. Weder Spannung, noch Stimmung will aufkommen. Da wünschte sich der Zuschauer fast, Twohy hätte sich auf den Überlebenskampf auf dem Planeten, sowie den Kampf gegen die Söldner konzentriert. 

Hat Ridley Scott etwa sein Alien aus "Prometheus" auch im Riddick-Franchise untergebracht? ©Universum Film

„Riddick“ ist in seinen besten Momenten ein spaßiges Unterfangen, da er sich selbst nicht allzu ernst nimmt. Er mischt Elemente aus beiden Vorgängern und schafft dadurch wenig Neues. Diesel inszeniert sich hier als Übermensch, was ihm sichtlich Spaß macht und den Zuschauer bei Laune hält. Wer sich an vermeintlichen Logiklöchern also nicht stört und 90 Minuten seichte Sci Fi-Action genießen will, macht mit „Riddick“ nichts falsch. 

Geplant ist eine weitere Fortsetzung, die sich mehr mit der Herrkunft Riddicks beschäftigen soll. Für die Darstellung der Mythologie wird allerdings ein weitaus größeres Budget benötigt, weswegen das R Rating logischerweise weichen müsste. Da das Budget für "Riddick" bei 38 Millionen liegt, dürfte ein weiteres Sequel gar nicht so unwahrscheinlich sein. 

©Universum Film
BEWERTUNG: 06/10
Titel: Riddick
Genre: Science Fiction, Action
FSK: ab 16 freigegeben
Regisseur: David Twohy
Darsteller: Vin Diesel, Katee Sackhoff, Karl Urban,







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