Freitag, 13. September 2013

J. J. Abrams führt die Enterprise in die düsteren Ecken des Weltraums - "Star Trek Into Darkness"

©Paramount

 „Star Trek Into Darkness“ führt seinem Titel gemäß in die etwas dunkleren Gefilde. Der Ton des Films ist weitaus düsterer als im bunten Vorgänger, auch wenn natürlich immer noch Gags und Oneliner am laufenden Band vom Stapel gelassen werden. 

Der veränderte Grundton ist ganz allein auf Benedict Cumberbatch zurückzuführen, der in der Rolle des Bösewichts absolut brillant aufspielt und sich ihm keiner widersetzen kann bzw. mag. Dagegen haben die Herren Pine und Quinto nur anfangs eine Chance. 

Denn der Beginn von „Star Trek Into Darkness“ ist auch gleichzeitig der eigentliche Höhepunkt des Films. Mag seltsam klingen und in Anbetracht des noch anstehenden Actiongetümmels unlogisch, doch in puncto Düsternis, Inszenierung und emotionaler Wucht übertrifft sich J. J. Abrams neuester Beitrag zum Star Trek – Universum nicht mehr. 

Die Enterprise wird stark zugerichtet! ©Paramount
Hier zeigt sich, wie viel Potenzial in diesem Film gesteckt hat. Der Beginn auf dem fernen farbenfrohen Planeten Nibiru ist wunderbar charismatisch und witzig in Szene gesetzt. Der anschließende Schnitt hin zum tristen (natürlich) verregnetem London lässt den Kontrast und den Tonwechsel noch spürbarer machen. Dort treffen Dr. Who Fans auf einen alten Bekannten. Noah Clarke, der in der neuen Serie einen Sidekick spielte, zeigt in seinen 2 – 3 Minuten Screentime mehr Emotionen und auch Talent als der Rezipient nach 3 Staffeln Who attestiert hätte. Überaus atmosphärisch, langsame Einstellungen, lange – überraschend gut geschriebene – Dialoge und ein Wiedersehen mit dem schon in Teil eins äußerst sympathischen Bruce Greenwood in seiner Paradedisziplin: Kirk von seinem hohen Ross herunterzuholen. 

Bis dahin macht Abrams alles richtig. 

Nach der grandiosen ersten halben Stunde, ist das Hochgefühl jedoch wieder (fast) verschwunden.
Was nun passiert ist eine Aneinanderreihung von Actionszenen, die zwar allesamt famos gefilmt und getrickst sind, jedoch kaum diese schleichende Bedrohung ausdrückt, die zu Beginn aufgebaut wurde. Die anfangs noch langen Dialoge werden zurechtgestutzt auf witzige Oneliner, die im Dauerfeuermodus auf den Zuschauer abgeschossen werden. Das sind teilweise dermaßen viele, das einige gar nicht zünden können. 

Die Crew selbst ist dabei Gott sei Dank so sympathisch wie eh und je. Die gepfefferten Sprüche zwischen Kirk und Spock sind gelungen, auch die anderen Crewmitglieder haben ihre Momente – wenn auch manch einer von ihnen (z.B. Karl Urban) zu bloßen Comic Relief – Figuren bzw. Stichwortgebern degradiert werden. 

Dafür ist aber Benedict Cumberbatch zur Stelle um mit seinem durchdringendem Blick und dieser unfassbar dunklen Stimme (wie muss sich das erst im Original anhören?!?) für einige Gänsehautmomente zu sorgen. 

Im Großen und Ganzen ist „Star Trek Into Darkness“ gelungen. Zwar fehlt im letzten Endes dann doch die vorher propagierte Tiefe, einige Dinge werden leider verschenkt (Klingonen!) oder sind zu inkonsequent umgesetzt(Ende!). 

Drei Giganten unter sich: Spock, Kirk und...wird natürlich nicht verraten! ©Paramount

Generell scheint es eine Krankheit moderner Blockbuster zu sein, alle Probleme gegen Ende in fünf Minuten auf absolut vorhersehbare Weise zu lösen. Das ist in „Iron Man 3“ schon massiv negativ aufgefallen. 

Aber genug der Kritik. „Star Trek Into Darkness“ macht trotzdem einigen Spaß, ist technisch beeindruckend und bietet einen gut aufgelegten Cast mit einem bestechenden Antagonist. Ist doch auch etwas.

©Paramount
Bewertung: 7,5/10
Titel: Star Trek Into Darkness
FSK: ab 12 freigegeben
Produktionsland: USA
Genre: Science Fiction, Action
Regisseur: J. J. Abrams
Darsteller: Zachary Quinto, Benedict Cumberbatch, Chris Pine, Karl Urban, Bruce Greenwood, Simon Pegg,



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