Dienstag, 24. September 2013

Internet, Facebook, digitales Zeitalter.... sind wir nicht alle ein bisschen Web 2.0? - Summer Wars!


©AV Visionen
„Summer Wars“ – das ist flirrender Bilderrausch, ein kindischer Kommentar zu unserem Zeitalter der Vernetzung, ein Plädoyer sich auf alte Werte zu berufen und dem Internet weniger Macht zuzugestehen. Kindisch deshalb, weil es sich Regisseur Mamoru Hosoda doch zu einfach macht. Manches wirkt unglaubwürdig oder gar zu weit hergeholt, doch sollte man bei einem Anime es mit der Logik nicht so genau nehmen. 

Natürlich sind die Auswüchse, die das Geschehen annimmt gnadenlos überzogen, doch im Kern bietet „Summer Wars“ durchaus kritische Ansätze.
Man tausche das Wort Facebook gegen das Wort Oz. Oz ist in „Summer Wars“ eine digitale Welt, in der jeder mit jedem reden kann, unabhängig von Sprache oder Herkunft. Milliarden Menschen haben schon einen Account, die Zahl wächst stetig. Auch wichtige Organisationen und Firmen tätigen dort, auf dieser virtuellen Plattform, ihre täglichen Geschäfte. Das ist Potenzial. Grenzenlos. 

Eine Art Facebook, nur besser entwickelt, man könnte sagen, vollendet. Zuckerberg würde vor Freude platzen. Facebook 2.0 

Augenscheinlich völlig sicher. Doch was wäre, wenn das gar nicht stimmt. Wenn deine Geheimnisse, deine gesamte Identität bloß liegt? Wenn es ein Virus gäbe, so hoch entwickelt, dass es deinen Account einfach übernehmen könnte? 

In Oz breitet sich ein Virus aus! ©AV Visionen
Spinnen wir den Gedanken mal weiter. Angefangen mit persönlichen Accounts. Das heißt Zugangsdaten, Chatgespräche, dabei eigentlich geheime Daten Preis gegeben. Natürlich ohne böse Absichten, ist ja alles vollkommen sicher. Unbekümmert redet man mit Freunden und Verwandten.
Nun gehören dir diese Informationen jedoch nicht mehr. Sie werden verwendet.
So geht es dann Stufe um Stufe, vom Angestellten bis hin zur Firmenplattform im Onlineportal Oz.
Private Firmen fallen, danach staatliche Institutionen bis hin zu ohnmächtigen Regierungen.
Ein digitaler Krieg entfacht, um Informationen und gegen einen unsichtbaren Feind. Wie kämpft man schon gegen ein Programm?

Schaut man „Summer Wars“ unter diesen Gesichtspunkten, fällt auf, dass die Prämisse in Grundzügen gar nicht einmal so unwahrscheinlich ist.

Informationen auf Facebook und Co werden auch heutzutage schon von intelligenten Programmen ausgespäht und verwendet. Ein Facebookaccount, beziehungsweise dessen Daten ist tatsächlich bares Geld wert. Wenn die technische Revolution derart auf dem Vormarsch ist und menschliches Vertrauen in Technik derart blind, warum sollte es dann nicht einmal etwas Vergleichbares wie Oz geben? Durchaus in Betracht des Möglichen. 

Würde der Film in eben jene Richtung gehen, wäre er ein unumstößliches Meisterwerk. Leider aber verstrickt er sich immer wieder in Unwahrscheinlichkeiten, die das Ganze etwas unglaubwürdig erscheinen lassen. Auch der Zeichenstil ist manchmal unpassend auf Komisch getrimmt. Schade.
Das nimmt dem eigentlich hochinteressanten Thema doch ein wenig die Brisanz.
Nichtsdestotrotz bleibt „Summer Wars“ ein interessanter Gedankengang zur Macht des Internets und der Abhängigkeit des Menschen davon.

©AV Visionen
BEWERTUNG: 7,5/10
Titel: Summer Wars
Genre: Anime, Drama, Komödie
FSK: ab 12 freigegeben
Produktionsland: Japan





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