Mittwoch, 7. August 2013

The IT Crowd - Nerds unter sich / Season 1

©Tellyvisions


Denkt der geneigte Fernsehkonsument an Nerds, so schießt ihm sofort die Gruppe rund um Sheldon Cooper aus „The Big Bang Theory“ in den Kopf. Diese sind Professoren im Bereich der Physik bzw. Mathematik, hängen ständig im Comicbuchladen ab und unterhalten sich über nichts anderes, außer der himmelschreienden Ungerechtigkeit der Absetzung Fireflys. Ihr Kontakt zu Frauen beschränkt sich zumeist auf hilflosem Anbaggern, ihr soziales Umfeld findet sich sowieso nur auf etwaigen Conventions. „The Big Bang Theory“ greift hierbei auf sämtliche im Mainstream manifestierte Klischees des klassischen Nerds auf, was auch nicht unbedingt etwas Schlechtes sein muss. 

"Have you tried turning it off and on again?!?" - Roy ist sichtlich genervt von seinem Job! ©Tellyvisions
Doch schon ganze zwei Jahre vorher, 2005, wagte sich der britische Sender Channel 4 an das Mysterium des Geek- bzw. Nerdtums. Mit „The IT Crowd“ schuf der Sender zusammen mit Autor, Regisseur und Produzent Graham Linehan einen ungleich realistischeren Ansatz. 

Auch hier folgen wir zwei offensichtlichen Nerds. Moss und Roy arbeiten in der IT-Abteilung eines Großunternehmens. Da ihre Arbeit als nicht gerade wichtig angesehen wird, liegt ihr Büro selbstverständlich im Keller. Generell scheint sie Jedermann dort unten zu vergessen, weshalb sie relativ laxe Arbeitsbedingungen haben. Das ändert sich jedoch, sobald sie mit Jen einen Personal Manager – einfacher ausgedrückt: Vorgesetzte – vor die Nase gesetzt bekommen. Damit nicht unbedingt einverstanden, versuchen sich alle drei mit der Situation zu arrangieren. 

Staffel 1 der unbedingt empfehlenswerten Serie mutet in mancherlei Situation noch wie ein Experiment an. Es werden Dinge ausprobiert, die Reaktion der Zuschauer abgewartet und generell ausgelotet, was möglich (und witzig!) ist und was nicht. Deshalb braucht die Staffel auch ein wenig Anlaufzeit. Nicht jeder Gag sitzt, hier und da sind die Szenen eindeutig zu überdreht. Besonders Jen reizt den Zuschauer manchmal ein wenig zu sehr. Nichtsdestotrotz versprüht „The IT Crowd“ mächtig viel Charme, ist in seiner Darstellung der Nerds niemals diffamierend, sondern nimmt sie ernst. 

Besonders gelungen ist vor allem die Situationskomik. Die abenteuerlichen Situationen, in denen sich Moss und Roy zuweilen wiederfinden, sind urkomisch. Gepaart mit wunderbar klarem british english, entfachen Linehan und Co ein Gagfeuerwerk, das Seines Gleichen sucht. 

Wo zur Hölle kommt denn nun dieser Goth her?!? Jen und Moss ist er sichtlich suspekt. ©Tellyvisions

Mit nur 6 Folgen und einer Laufzeit von je 20 Minuten, bietet sich „The IT Crowd“ geradezu an, um einen anstrengenden Tag gepflegt ausklingen zu lassen. Gesetz dem Fall, die englische Sprache sorgt für wenig Probleme. Denn nur in der Originalfassung lässt sich die Serie in Gänze genießen. Die Synchronisation ist zwar beileibe nicht schlecht, doch Wortwitz lässt sich eben schlecht in eine andere Sprache transportieren.

Kritik zu Staffel 2 befindet sich hier.
Kritik zu Staffel 3 und 4 befindet sich hier.
                                                        
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BEWERTUNG INSGESAMT: 7,5/10
Titel: The IT Crowd
Produktionsland: England
Autor/Produzent/Regisseur: Graham Linehan
Darsteller: Chris O'Dowd, Richard Ayoade, Katherine Parkinson, Noel Fielding, Chris Morris







Kommentare:

  1. Oh ich liebe die Serie auch sehr. :) Die Serie nimmt in der dritten Staffel zwar ein wenig an Vergnügen ab, aber trotzdem eine meiner liebsten Serien. ;)

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    1. Das stimmt. Staffel 2 ist ohne wenn und aber die Beste. Was da an Gags fabriziert wird, ist ungeheuer witzig! :)
      Kritik zu Staffel 2 ist im Laufe des Tages auch da. ;)

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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